Tourismus extrem, pervers, oder wie man’s auch immer nennen mag …

Gerade der niederösterreichischen Weingegend (wie bereits mehrfach festgestellt: nix für mich) entfleucht,
darf ich wieder mal bei meinen leidgeprüften Sinnesgenossen, den Bayern weilen.
Bayern intensiv: In einem schönen, (etwas) touristisch angehauchten Ort in Bayern, nahe dem Chiemsee,
habe ich mich einquartiert. Schön, gemütlich, beschaulisch, teils modern, teils dem Brauchtum verpflichtet,
versucht der Ort Bernau am Chiemsee sein Dasein zu fristen.
Ja, versuscht wohlgemerkt!
Wären da nicht sie, die Besucher aus dem Norden der deutschen Republik (oder dem Osten von Österreich – die sind oft auch nicht besser)…
Ich, als fast schon seelenverwandter der deutschen… entschuldigung: bayrischen Kultur rund um Leben, Speis und Trank,
hatte heute wieder die Ehre, mich unter die Genereation „4 Touristen an einem Tisch überschreiten die 360-Jahregrenze“ mischen zu können.
„Och Mensch, die kennen hier sogar Kassler, och ne, och Currywuascht gibbet hier wohl nich, ne!!?!?! ist einer der Aussagen,
bei denen es mir fast das zarte, gerade vom Spieß gerutschte Spanferkel mit samt bayrischem Knedl‘ und dem passenden Weizen-Hopfen-Smoothie,
aus der Nase gejagt hätte.
Mensch Leute, warum muss man als „Generation 98+“ wirklich seinen Mercedes Benz in Gold, samt „ADAC-750-Jahres-Plakette“ aus der (mit reifenschonender Auslegeware verzierten) Garage holen,
durch halb Deutschland gurken, um sich dann im Beisein der „och so schönen Bersche“ eine Currywurst hinter die Dritten zu jagen!
Die „och so jemütliche“ Truppe von Einheimischen, die sich dann für den gemeinen Touri aus dem hohen Norden die Lippen und die Finger fusselig spielt, macht das sicher nicht (mehr) zum Spaß.
Hier ist echtes Durchhaltevermögen und sicher oftmals auch viel Alkohol (ne, kein Klarer oder kein Jägermeister) von nöten.
Schade ist dabei nur, dass sich der normale Mensch, der in dieser Region sein Dasein fristen !möchte!, vom Plastiklederhosentragenden, möchtegernbayrischredenden und och-so-viel-bayrisch-kommunizierenden
Nordlicht in seiner Freiheit und Lebensqualität beeinträchtigt wird. Und ne, das ist kein Tourmismus mehr, das ist schon Leben am Abgrund.
„Ich bin hier Gast“ – sollte die Devise sein.
Aber, liebe Freunde der normalem Lebensweise: bleibt wie Ihr seid, beibts beim Dialekt, bleibts beim „Grias Di“, bleibts beim „Dahoam is Dahoma“ – Der Rest ist Plastik und a riesen Schmafu! -Vielleicht is ned ois so fesch, owa des is es!
Normal bleim, a mid da Könarin amoi an freindligen Drüföla doa, ned oiwi netta da bledi Tourist sei, ned wichtig sei, oafoch amoi schmeestaad sei, griass’n und „Griass‘ Di“ sogn..

Nachtrag: „Nein, die nette Bedienung wird nicht vom örtlichen Fremdenverkehrsamt bezahlt, die läuft sich für einen Hungerlohn, die blöden Meldungen und das Trinkgeld die Haxn wund“
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s