Tag 21 – Weitere Untersuchungen – Ein Auf und Ab

Heute stand neben der Bestrahlung der Metastasen auch noch eine große Blutuntersuchung auf dem Programm. Stark wie sich meine Frau gibt, gab sie natürlich die Angst vor weiteren, eventuell schlechten Ergebnissen nicht zu.

Aber: Die Werte waren, den Umtänden entsprechend, gut! Nichts Negatives. Die Werte stimmen so weit.

Wir (ich bleibe bei solchen Gesprächen dabei!) haben heute auch den ersten Arzt getroffen, der zur Frage „Wie stehen die Chancen?“ mehr als nur mit „wir müssen abwarten!“ geantwortet hat.

Einen Prozentsatz ließ er sich nicht entlocken, aber zumindest die Aussage, dass es mit dem Krebs in der Lunge doch deutlich besser als 50:50 steht!

Die Metastasen sind natürlich immer noch das (leider) große Thema! Da gibts leider erst in einigen Tagen mehr Infos.

Der heutige Tag (Stand 12:00) begann schon mal mit einem Scheissgefühl, verbesserte sich mit dem Ergebnis der Blutuntersuchungen und verschlechterte sich nach der täglichen Bestrahlung wieder deutlich!

Kalter Schweiß, ein Blutdruck unter aller Kannone, Flüssigkeitsmangel und ein flotter Anschiss, warum sie denn nichts essen würde…. Na ja, ich kann ihr nur alles Mögliche anbieten, kochen, machen, hinstellen, tun…. Sie mag nicht viel! Trinken auch nicht!
Noch nicht! Jetzt fahren wir mit Zustimmung der Ärzte mit Proteindrinks drauf!

Stand 13:00: Energie Ende, Pause, schlafen…..

Meine Aufgabe: Essen fassen, kochen, dann die Wäsche, helfen, helfen helfen, wo es nur geht! Ich machs gern! Wirklich.

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 20 – guter Start, aber dann…

Vorerst ein top Start in den Tag!
Meine mir Anvertraute hat anscheinend halbwegs gut geschlafen, war (ebenfalls halbwegs) fit am Morgen.
Hat Lust auf Frühstück, eine Kleinigkeit gegessen, eine halbe Tasse Kaffee,……
Dann:
…. Ende!
Schluss ist es mit der Energie! Ab auf die Couch. Pause…
„Kann ich jetzt schlafen bis wir zur Bestrahlung müssen?“ – „Ja natürlich! Mach das!“

Ich hab sie lieb …….

12:30 Bestrahlung
Der Weg hin geht noch. Dort angekommen, möchte sie nur schlafen, kalter Schweiß, Übelkeit, Schwindel,….
12:40 Bestrahlung Ende
Der Weg zurück zum Auto. 25 Meter, mehr nicht. Nicht mehr möglich! Ein Rollstuhl muss her.

13:30 Schlafen… Fertig… Einige Wörter verdrehen sich, werden neu gemicht, Ihr ist schrecklich kalt ….. 2 Decken plus Pullover…

Es tut weh ……

Der Nachmittag verlief dann eher schlecht…

Alles schlägt an! Momentan aber eher negativ..

Aber

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Morgen dann die ertse große Blut-und Allgemeinkontrolle…

Tag 19 – Die Chemo schlägt zu

Heute, 2 Tage nach der letzten Chemo-Welle, trifft offenbar alles ein, wovon die Ärzte gesprochen haben. Überkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit,….

Das Gespräch mit dem Hausarzt bringt mir persönlich etwas Beruhigung! Er bietet uns jegliche Unterstützung an, die notwendig und hilfreich ist oder sein kann!

Ja, wir haben die Pillen gegen Alles und jeden erdenklichen Bereich griffbereit. Nur die Wirklung scheint gering zu sein. Daneben zu stehen und nichts machen zu können tut weh.

Die letzte Chemo ist zwei Tage aus, die Bestrahlung muss trotzdem durchgeführt werden. Ca. 3 Minuten Behandlung. Nur 3 Minuten, die Ihre Wirkung sehr schnell zeigen.
Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, leichter Schwindel,… Und man sitzt daneben….

Diese Tag ist auch der erste mit einem psychischen Tief.
Sie möchte sich die Haare waschen – die Narbe am Hinterkopf schmerzt.
Sie möchte sich die Haare waschen – sie kann sich das Shampo nicht richtig einmassieren
Sie möchte sich… – aber sie kann sich den Kopf nicht richtig abspülen
Sie möchte sich… – aber sie kann sich nicht fönen
Sie möchte sich… – aber sie kann sich nicht kämmen
Sie möchte essen – sie zittert mit der rechten Hand fast zu stark
Sie möchte im Internet Zeitung lesen – sie kommt nicht auf die gewünschte Seite
Sie möchte lesen – sie kann sich nicht konzentrieren
Sie ………….   – sie ist am Boden zerstört!

Man steht daneben und kann nichts machen!
Man steht daneben und versucht zu helfen!
Man steht daneben und hat Angst!
Man steht daneben und hofft! Auf was auch immer!

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

 

Tag 18 – Runter vom Gas!

Sonntag. Der zweite Tag zuhause.
Langsamkeit ist angesagt. Zweisamkeit. Entspannung. Erholung. Ruhe.

Alles geht etwas langsamer, gemächlicher ab. Die ersten Auswirkungen der Chemo und der Bestrahlung stellen sich ein. Leichte motorische Einschränkungen, der Rest fährt auch etwas langsamer durchs Leben. Wir machen uns beide keinen Streß.
Wäre auch nicht zielführend. Wir brauchens beide.

Auch ich habs bemerkt. Heute hats mich erwischt. Die letzten Wochen waren schlaftechnisch eine Katastrophe. Heute hat der Körper sein Recht gefordert.
Ich musste heute einfach mal schlafen. Hab schamlos die Schlafpausen meiner Frau ausgenutzt und mich ebenfalls mal hingelegt.

Morgen, Montag gehts dann wieder los! Zuerst ab zum Hausarzt – ich brauch Bestätigungen, hab Fragen, brauche Infos. – Dann ab zur Bestrahlung! Die laufen ab jetzt ja täglich weiter.

Frühstück machen, Wäsche, Einkaufen, Kochen, Kontrolle der Medikamente,… all das läuft gut, aber da ich das jetzt mache, eben etwas langsamer. Ich will und kann keinen Streß rein bringen. Hilft keinem!

Wie bereits erwähnt, rollt die nächste Bestrahlungswelle auf meine Frau zu. Wir hoffen auf Erfolg! Was sonst???

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 17 – Es ist Ruhe eingekehrt!

Samstag. Meine, mir anvertraute Ehefrau ist daheim. Ich habe den Einkauf fürs Wochenende erledigt. Die verschriebenen Pillen aus der Apotheke geholt, die notwendige Spritze verabreicht (man hat ja inzwischen Erfahrung in solchen Dingen),
geschaut drauf, dass die Medikation eingehalten wird.

Mittags haben wir dann etwas Essbares auf den Tisch gezaubert.
Ablauf: Ich hab gekocht, meine Frau hat die Kommandos gegeben 😉

Das Mittagsschläfchen war dann für beide dringend notwendig. Ich, weil ich endlich mal wieder zur Ruhe kam, meine Frau, weils einfach dringend notwendig ist, gelegentlich Pausen einzulegen. Anstrengungen und Aufregung ist verboten.

Es ist gut, wieder gemeinsam am Tisch sitzen zu können, ein privates Gespräch mit ihr führen zu können, sich gegenseitig in den Arm nehmen zu können, einfach wieder ein Miteinander zu haben! Es ist wirklich gut!

Der weitere medizinische Weg ist geklärt. Es gibt einen Weg. Einen langen Weg, aber es gibt einen! Am Montag gehts weiter…

Wir hoffen!
Denn – jetzt kommt dieser eine Satz, den Sie hier schön öfters lesen mussten/konnten!:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 16 – der Anruf

In Summe hab ich meine Frau 3 lange Tage nicht gesehen, wurde nur per Whatsapp oder Telefon über den aktuellen Stand informiert.

Heute dann, zuerst ein Termin auf der Bank, dann noch Homeoffice, dann….

Rrrrring!

Das Telefon läutet! Eine typische Krankenhausnummer..
Mir ist vor Schreck das Mobiltelefon fast runtergefallen.

Am anderen Ende das Krankenhaus, in dem meine mir Anvertraute behandelt wird.

Mir Rutscht das Herz in die Hose, und fängt sich erst kurz, als mir der nette Pfleger lapidar erklärt, dass meine Frau morgen, Samstag, entlassen wird!

Am Montag sah die Welt noch sehr grau aus – heute Freitag – komm ich zu ihr ins Krankenzimmer, sie hängt an der Chemotherapie – und sehe meine Frau aufgeregt fuchteln und höre sie fröhlich über die Ärzte lästern.

Mir hat’s fast die letzten Haare vom Kopf gezuckt!

Ja, es stimmt! Eine notwendige Behandlungspause steht an!
3 Tage erstmal Ruhe, dann wieder einen Tag Behandlung, dann 3 Tage Ruhe, den Montag später gehts dann wieder für 3 Tage zur Behandlung ins Krankenhaus. So der Plan!

Tasche zusammengepackt, Frau zusammengepackt und auf einen Rollstuhl verfrachtet, gings ab! Zuhause dann erstmal wieder ein Päuschen, dann erstmal einen Kaffee und ein kleines Gespräch unter 4 Augen. So beruhigend wars schon seit 5 Wochen nicht mehr!

Ich vermute, dass jetzt mal Pflegeurlaub angesagt ist. Mehr sagt uns dann der Hausarzt am Montag. Diesen haben wir bereits für die tägliche Kontrolle und als Berater engagiert

Wie Sie sehen, besteht Hoffnung!
Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

Tag 15 – Chemo und Bestrahlung

Auch an diesem Tag muss ich mich geschlagen geben. Besuch nicht mehr möglich.

Die Chemotherapie und die Bestrahlung wurde am Nachmittag durchgeführt bzw verabreicht.

Morgen dann! Ja morgen gehts wieder ab zu meiner Frau! Es fehlt mir einfach, wenn ich sie nicht besuchen kann…. (Auch wenn ich die Familie um sie kümmert….)

Danke an alle, die die Daumen drücken, Glückwünsche schicken und und und!
Es wird jeder Daumen gebraucht!

Ach ja! Heute im Postkasten: Die erste Rechnung eines Krankenhauses! Selbstbehalt!
Die Summe ist nicht hoch. Es ist mir gelinde gesagt „scheixxegal, aber die Geschwindigkeit der Rechnungslegung finde ich grandios. Wenn da niemand nachsieht, liegt man im Krankenhaus, kämpft ums Überleben und bekommt dann eine Mahnung auch noch…. Bürokratie pur!

Angst bereitet mir der Gedanke, dass die Chemo und die Bestrahlungen nichts bringen, eventuell sogar mehr ruinieren als nützen…

aber:

Die Hoffnung stirbt zuletzt