Tag 89 & 90 – Nachwirkungen und Gespräche

Die Nachwirkungen der Chemo haben sich bereits am Freitag gemeldet. Auch am Samstag und Sonntag war es offenbar nur mit den entsprechenden Magenpillen erträglich.
Die Injektionen, die fürs Wochenende verordnet wurden, durfte ich wieder verabreichen.
Inzwischen sieht unser Medizinschrank einer kleinen Arztpraxis sehr ähnlich…

Sonst? Was sonst so los was?

Man könnte sagen: nicht viel.
Andererseits war es wieder ein sehr wichtiges Wochenende. Wir konnten einige Gespräche führen, die durchaus wichtig sind oder eben sein könnten.

Worüber gesprochen wurde?
Ganz einfach! Über Alles und Jeden. Über jeden Fall, der eintreten kann.

Was ist, was kommt, was bringt die Zukunft? Was muss, was soll man planen. Was kann man überhaupt planen. Kann man „noch“ planen….

Es ist nicht leicht. Aber es wird leichter, wenn man miteinander sprechen kann! Offen!

Auch hier fehlt noch ein Satz:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Viagra für die Seele?

Irgendwann die letzten Wochen kroch mir wieder mal ein Wort ins Ohr bzw ins Gehirn.

Eines der Worte, die man dann weiterspinnen, durchdenken, durchgrübeln, vernutzwursteln, etc kann. Bei mir läuft das immer wieder perfekt beim Autofahren. Da ich immer wieder viele Kilometer fressen darf, hab ich für so einen Mist perfekt Zeit.

Viagra. Der bekannteste Steifmacher der Welt. Das war das Wort…. Na ja!

Die Frage dazu: Was macht Viagra eigentlich? Irgendwie bringt es einen Toten dazu, sich aufrecht hinzustellen und weiterzuarbeiten. Na gut, Thema erledigt.

Aber: Gibts das auch für die Seele? Gibts Viagra-Verwandte auch für die Seele? Damit diese nicht mehr weich, müde, erschöpft, abgekämpft, erniedrigt, völlig fertig und weich wie Gummi in der Ecke hängt?

Was ist es, das uns irgendwie immer weitermachen lässt? Was treibt uns alle an? Was treibt uns immer wieder zu zwischenmenschlichen Höhepunkten an (denken Sie jetzt bitte nicht an den Toten in der Hose)? Aber was ist es?

Ist es das Mitgefühlt, die Liebe zu einem Menchen, Ist es ein Gefühl, ein Hormon, eine Dosis Mensch?

Keine Ahnung, aber es ist stark! Sehr stark!

Tag 88 – Hol mich hier raus!

Freitag. Tag 3 vom 4ten Chemoblock.
Am Vormittag lassen die Infusionen auf sich warten. Die Visite auch. Die Stimmung meiner Frau wackelt. Sie möchte nach Hause.

Mittags.
Die Stimmung sinkt weiter. Das Essen im Krankenhaus ist grottenschlecht. Der Magen ist aufgrund der Medikamente auch nicht gerade gut drauf.

Früher Nachmittag.
Irgendwann hingen dann die Flaschen doch noch am Infusionsständer. Die Stimmung hob sich irgendwann, dank des nahenden Checkouts doch noch.

„Hol mich hier raus!“ mit diesen Worten wurde ich von meiner mir Anvertrauten beim Betreten des Krankenzimmers begrüßt.

Abflug, Heim. Raus hier!

Der Rest des Tages verlief dann ruhig und entspannt. Schwung holen für den langen Weg, der noch vor ihr (uns) liegt!

Auch heute gilt:

Die Hoffnung stribt zuletzt!

Tag 87 – Toll! Sie leben noch!

Genau so, wie oben beschrieben, war die Aussage de Arztes zwar nicht, aber die Übersetzung bzw Kurzfassung stimmt.

Meine Frau und ich sind beide Freunde der klaren Aussage. Speziell wenn es um Themen wie es aktuell der Krebs ist. Das Ärzteteam, das meine Frau in verschiedenen Fachbereichen behandelt, ist auch der Meinung, dass das klassische Schönreden nichts wert ist. Das ist gut so!

Dass sich der Arzt heute mehr als gefreut hat, dass es meiner mir Anvertrauten (aktuell) den Umständen entsprechend so gut geht, ist sehr positiv für den Kopf und die Stimmung! Dass es vor 3 Monaten ganz und gar nicht gut ausgesehen hätte, die Ärzte die Chancen als schlecht eingestuft haben, war uns beiden bewusst und bekannt.

Als sehr zäher und willensstarker Mensch bezeichnet zu werden, kennen wir beide schon aus vielen anderen Situationen im medizinischen und auch sonstigen Bereich.

Es macht mich stolz, solche Dinge über meine Frau zu hören. Das hilft auch mir!

Die Chemo läuft gut, es schlägt zwar die Übelkeit wieder zu, aber nun ja.

Der Plan für weitere Behandlungen sieht vor, in drei Wochen den nächsten Chemoblock (Nr 5) zu starten. Zeitgleich soll dann auch ein CT und/oder ein MR gemacht werden. Damit soll dann der aktuelle Status der Krebstumore in der Lunge abgeklärt werden. Was dann kommt, wie es weitergeht etc. wird sich zeigen!

Aber:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

SQL-Server: Ein fast schon intimes Verhältnis

Für Viele wird es ein völlig unbekanntes Thema sein, für andere weniger.

SQL-Server.

Für alle, die keine Ahnung haben, was das ist:
Das ist ein Programm von Microsaft, in dem und mit dem teilweise riesige Datenmengen gesammelt, bearbeitet und bereitgestellt werden können. So ziemlich Alles und Jeder, der es mit Daten zu tun hat, hat ein solches oder ähnliches Programm im Einsatz.

Sollten Sie schon jemals mit einem derartigen Programm zu tun gehabt haben, verstehen Sie dessen Eigenheiten möglicherweise. Nicht dass ich jetzt der begnadete Datenbänker wäre, aber die Installation, die Verwaltung und das Managementtool können einen schon gelegentlich in den Irrsinn treiben.

Man installiert. Hat Adminrechte, darf dann trotzdem die Hälfte nicht machen. Man muss sich erst einen Benutzer anlegen, der die Rechte des anderen Benutzers anpassen darf. Sollten Sie ein Update machen wollen/müssen/dürfen, wundern Sie sich nicht darüber, dass Sie zuerst Ihren Großvater mütterlicherseits schriftlich um Erlaubnis fragen müssen. Außerdem müssen Sie zuerst ein DotNet-Frameworx installieren, dass dann weitere Updates verlangt.

Sind Sie dann soweit, funktioniert die Sache nicht, da Sie zu Testzwecken ja bereits eine andere Version installiert hatten, die ebenfalls ihr eigenes Süppchen kocht!

Sie fummeln in den Eingeweiden des Programmes herum, das auf einem Server läuft, wünschen sich einen Erfolg, bekommen aber stattdessen eine Fehlermeldung, die Ihnen und den Rest der Nicht-Microsaftlern genau NULL sagt. Und jetzt wenden Sie sich dem Ding genauer zu! Sie werden intim mit dem Ding!

Sie Fummeln in dessen intimsten Stellen, Bereichen, und Eingeweiden herum, bis Ihnen der Saft ausgeht!

So lange, bis Sie draufkommen, dass ein simpler Neustart aller einzelnen Komponenten – nacheinander wohlgemerkt – alles rettet! Fertig! Nur wegen dieser Neustartroutine aller einzelnen Teile nacheinander!

Tag 86 – Chemo, Block 4

Mittwoch morgens, die Wecker klingeln.
Gut, aber wenig geschlafen. Die halbe Nacht nur Blödsinn geträumt. Die Gedanken kreisen um die Chemowelle, die heute wieder über meine Frau hereinschlägt.
Gedanken….

Anfahrt ins Krankenhaus, kein Bett frei, warten, das übliche Aufnahmegespräch, warten,…  Warten auf die Blutwerte. Stimmt alles?

Jetzt, am Abend kann man sagen, es läuft.
Die Blutwerte sind soweit es der Krebs zulässt, durchaus ok.

Die Chemo läuft!

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 84 – 85

Montag, der 84ste Tag nach der Diagnose.
Das Zittern ist da und wird es auch bleiben. Sonst geht alles seine Dinge.

Dienstag.
Dieser Tag ist wieder so einer, an dem gegrübelt wird. Morgen, Mittwoch geht der Block 4 der Chemo los. Hoffentlich stimmen die Blutwerte, hoffentlich passt alles, hoffentlich klappt alles, hoffentlich ……

Hoffentlich verträgt meine Frau die Chemo, hoffentlich geht es ihr gut, hoffentlich taucht nichts noch Schlimmeres auf, hoffentlich…

 

Wie gesagt:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!