Das große Verschwinden schreitet voran!

Vergessen oder ansteckend?

Eine besonders „unamüsante“ Sache beschäftigt meine mir Anvertraute (und auch mich) bereits seit geraumer Zeit:

Das Verschwinden!

Das Verschwinden von Freunden, Bekannten oder solchen, bei denen man glaubte, diese Bezeichnungen würden passen.
Anfangs, als die Krebserkrankung meiner Frau bekannt und natürlich auch publik wurde, waren sie noch da. Sie fragten, wollten den Stand der Dinge hören, versuchten mit netten Worten zu helfen, zu trösten, Mut heraufzubeschwören.

Irgendwann, nur wenige Wochen später, begann das Verschwinden.

Langsam aber sicher, wurden es immer weniger und weniger. Die Anrufe wurden weniger, die angekündigten „ich komm dich besuchen, wenn ich in der Nähe bin“ blieben aus, die Meldungen in den ach so sozialen Plattformen blieben aus, usw.

Das große Verschwinden schritt voran.

Nichts mehr! Es ist (fast) nichts mehr übrig, vom ach so tollen Freundes- oder Bekanntenkreis. Nur sehr sehr wenige melden sich noch aktiv, möchten hören, was los ist, wie es so geht, wie es aussieht.

Die Aussage: „Wenn ihr etwas brauchen solltet, meldet euch!“ ist schnell gesagt! Nur wenige haben aber dann auch die Lust, die Zeit oder die Möglichkeit, sich wirklich in Bewegung zu setzen und zu machen! Nicht nur zu reden!

Sie sind verschwunden!

Langsam aber sicher kristallisiert sich ein gewisser, harter Kern heraus, der sich noch meldet. Es sind wenige, sehr sehr wenige!

Schade eigentlich, aber vielleicht ist es besser so.

Ob es vielleicht sogar gut ist, sich von Altlasten oder Schuppen zu befreien, die ohnehin nur sinnlos an einem drankleben?

11 Kommentare zu „Das große Verschwinden schreitet voran!“

  1. Sie haben Angst. Das falsche zu tun, das falsche zu sagen, nicht helfen zu können. Sie wissen nicht, soll ich normal sein, lachen, von meinen Problemen erzählen – oder muss/soll ich betroffen sein, leise, ..
    Weiß er du was ich meine? Manche sind vielleicht wirklich oberflächlich, aber manche wissen nicht, wie die sich verhalten sollen. Denke ich.

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      1. Ich denke wirklich, dass es das ist. Vielleicht sprichst Du es (notfalls schriftlich pe Mail, dann müssen sie nicht gleich antworten) an? In Deinen Posts fehlt übrigens der Satz mit der Hoffnung!!

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      2. Gute Idee 🙂
        Der Satz mit der Hoffnung, steht für mich für einen ganz besonderen Bereich in diesem Blog. Schwer zu schreiben… Er trifft bei allen zu, Ist aber bei solch „allgemeinen“ Themen als Satz nicht so ganz wichtig. (wirklich schwer zu um- oder beschreiben)

        Gefällt 1 Person

  2. Selbst Krebs betroffene im Endstadium, weiss ich auch um solche Verhaltensweisen. Es hat nicht nur wehgetan ! Es war auch erleichternd als sich die Spreu vom Weizen trennte.
    Man braucht diese leider so sehr endliche Zeit nicht mehr mit „unnützen “ Freunden verdudeln.
    Ich habe es für mich so gelöst, dass ich die Menschen die mir wichtig sind und ich das Gefühl habe es ist umgekehrt ebenso, direkt angesprochen: Und ja, es ist tatsächlich so, dass einige nicht wussten wie damit umgehen.
    Es war hilfreich klar und deutlich zu sagen was und wie ich es mir wünsche.
    Seit ich für mich annehmen konnte, dass es immer zu früh ist wenn man gehen muss sei es mit 50, 60 oder auch 90 Jahren…es wird i m m e r der nicht richtige Zeitpunkt sein, ist es ein kleines bisschen erträglicher geworden…
    Ich wünsche ihnen Beiden weiterhin viel Glück, Hoffnung, gute und anschlagende Therapien !!
    Herzlichst Ilona

    Gefällt 2 Personen

    1. Lange Rede, kurzer Sinn! Ich gebe Ihnen recht! Mehr fällt mir dazu wirklich nicht (mehr) ein. Die Erfahrung schreibt ihre eigenen Geschichten…
      Herzlichen Dank fürs Glück und Co!
      Meine mir Anvertraute kanns wirklich gut brauchen!

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