„Hirschhausen im Hospiz“ – Ein Bericht im TV

Gestern Abend (16.9.2019) im ARD lief eine sehr interessanter, aber laut Medienberichten, nicht unumstrittener Bericht zum Thema Sterben, Tod und die letzten Lebenstage in einem Hospiz.
Aus gegebenen Anlass, der Krebserkrankung meiner mir Anvertrauten, wollte sie sich diesen Bericht ansehen.

Ich war auf eine eigene Art neugierig. Neugierig auf den Bericht in der Hinsicht, wie mit dem Tod und den Menschen in diesem Bericht umgegangen wird.
Im gezeigten Hospiz wird offenbar wirklich auf eine sehr herzliche, warme und menschliche Art mit dem Gast, wie sie es bezeichnen, umgegangen. Hirschhausen und sein Team, hat es offenbar auch geschafft, darüber zu berichten, sich aber nicht als Wichtigkeit in Szene zu setzen.

Der Mensch, der Gast, wie das Personal im Hospiz, die zu Betreuenden nennt, steht im Vordergrund.
Der Gast kommt ins Hospiz, wissend, dass es die letzten Schritte, Tage oder vielleicht auch Wochen werden, die er oder sie noch zu leben haben.

Ein ….. Gedanke. Selbst zu wissen, dass es nur mehr Tage, vieleicht auch Wochen sind, die man zu leben hat.

Warum die Punkte? Warum …. ?
Ich habe trotz vieler, intensiver Gespräche mit meiner Frau, keinen blassen Schimmer, keine Ahnung oder keinen blassen Dunst, wie man so einen Gedanken nennen kann. Es ist mir auch nicht klar, ob man überhaupt einem solchen Gedanken ein Attribut  oder eine Steigerungsform zuordnen kann.

Es ist der Gedanke an sein eigenes Ende!
Sein eigenes Sterben!

In den gezeigten Fällen, von den betroffenen Menschen selbst beschrieben, ist es offenbar klar, dass nur mehr dieser eine Weg begehbar ist. Es ist so. Es ist nicht änderbar.

Wann ist aber der Zeitpunkt, an dem man das erkennen muss? Muss man sich beim Auftauchen einer Krankheit wie Krebs sofort um diesen Schritt oder Weg Gedanken machen? Muss man das erst lernen?
Erkennt man diese Dinge erst später, vielleicht zu spät?
Strohhalme sind da, um sich daran festzuklammern. Aber wann brechen diese ab?
Wann ist der besagte Strohhalm zu kurz, wann ist er zu Ende? Wann fällt man runter? Wann landet man auf dem harten Boden der Realität. Wann ist es so weit, sich um einen Platz in einem Hospiz zu bemühen?

Wann? Wie? Es gibt Fragen, die einem weder ein Arzt sagen kann, noch darf.
Angesprochen auf die Art der Betreuung, wurde von einer Hospiz-Ärztin im Bericht gesagt, dass sie in der „normalen Medizin“ bzw auf der Intensivstation, auf der sie vorher gearbeitet hat, nicht die Chance hatte, einen Menschen in Ruhe zu lassen. In Ruhe zu lassen auf die menschliche Art. In Ruhe gehen zu lassen.

Irgendwann (Wann auch immer das ist oder sein wird) kommt der Punkt, an dem man offenbar erkennt, dass es Zeit ist.

Warum können oder dürfen Ärzte diverse Fragen nicht beantworten? Einfache Sache! Einerseits ist die Medizin angehalten,  den Tod mit allen Mitteln zu vermeiden, zu verdrängen und zu verhindern, andererseits können Ärzte auch keine Wunder wirken. Sie haben zwar Zugriff auf Wissen, können aber auch nicht sagen, wie der einzelne Mensch auf gewisse Dinge reagiert.
Der Körper reagiert bei jedem etwas anders. Auch der Krebs hat offenbar so seine Eigenheiten.

Irgendwann ist der Körper am Ende. Am Ende seiner Zeit.

Erkennt man es? Wie geht man damit um?
Reden. Offen damit umgehen. Es nicht zu tode schweigen. Es annehmen. Es akzeptieren.
Die Hälfte davon kann man nicht! Man kann es nicht akzeptieren oder annehmen, dass sein Partner sterben wird.
Das kann man nicht. Man kann es versuchen, mehr nicht.

Aufgeben? Ist es ein Aufgeben, sich damit zu beschäftigen? Ich finde nicht. Die Chancen, gewisse Arten von Krebs länger als einige Monate  zu überleben ist gering. Sehr gering. Die Realität beiweist es. Leider.
Wir, also meine mir Anvertraute und ich, beschäftigen uns damit.
Für viele ist dies unvorstellbar, bedrückend. Wir beide haben bschlossen, es nicht zu verdrängen.
Die Realität holt einen so und so noch ein. Mit sehr schlimmen Dingen.

All das und noch viel mehr, lief während und nach diesem Beitrag im TV in meinem Kopf ab. Wie ein furchtbar schlechter Film, der danach startet.
Das Kopfkino ist schlecht! Wirklich schlecht!

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

2 Kommentare zu „„Hirschhausen im Hospiz“ – Ein Bericht im TV“

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