Tag 509 Lichtblicke? Ja oder Nein?

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns.
Untersuchung und Arztgespräch am Freitag Vormittag, Besuch aus der Familie am Nachmittag, am Abend das erste Mal essen gehen seit Monaten, Samstags dann nochmals Besuch von der Familie….
Es war wirklich alles nett, aber für meine mir Anvertraute wurde es zu viel.

Man merkte es am Samstag Abend bzw in der Nacht, dass das Alles etwas belastend war. Speziell aus dem Grund, da die ganze Woche geprägt war von schlechtem Schlaf, vielen Gedanken und Überlegungen, was denn kommen wird.

Am Freitag war die Untersuchung.
Es wurde festgestellt, dass sich zwar das Blut von Chemo und Co etwas erholt hat, die Metastasen im Kopf aber leider auch. Was tun? Das Arztgespräch ergab mal folgenden Plan:
Die Chemo, die bisher durchgeführt werden konnte, muss geändert werden. Es wird auf eine Mischung umgestellt, die ab jetzt (so der Plan) jede Woche am Freitag verabreicht werden soll! Wie gesagt, so der Plan.
Diese Form der Chemo soll gezielt auf die Metastasen im Kopf losgehen, die restlichen Tumore und Co aber auch bekämpfen. Eine weitere, brutale Mischung also. Aber die Metastasen werden eben schnell zur lebensbedrohlichen Sache….

Ist das jetzt ein Lichtblick oder nicht?
Einerseits ja, da es noch eine Version von Chemo gibt, die helfen kann. Ein Strohalm, an den man sich klammern kann, ist also noch da.
Andererseits ist es natürlich auch so, dass jede Chemo aber auch den Körper massiv belastet! Sie belastet den Körper, schwächt und ruiniert auch einiges.
Eine Entscheidung zu fällen, welcher Weg der bessere ist, fällt schwer und leicht zugleich!

Es gibt zwei Wege.
Der Eine ist, nichts (mehr) zu machen, und auf das Sterben zu warten, den Krebs gewinnen zu lassen, aber auch die Nebenwirkungen zu vermeiden.
Der andere Weg ist der, die Chance zu nutzen, mit den schweren Nebenwirkungen zu kämpfen, aber auch die Hoffnung zu haben, dass dies hilft.

Was machen?
Aufgeben steht nicht am Programm!
Meine mir Anvertraute hat die Kraft und die Ausdauer noch, sich den Strohalm zu schnappen und die Behandlung zu starten. Sie will die Chance zumindest nicht ungenützt verstreichen lassen. Abbrechen kann man immer, nicht zu nutzen, wäre fatal.

Welcher dieser beiden, möglichen Wege der richtige ist, kann nur sie selbst entscheiden.
Ich kann, will und darf ihr diese Entscheidung nicht abnehmen. So schwer dies auch manchmal fällt. Abnehmen geht leider nicht…

Ist das alles ein Lichtblick?
Ja, für meine mir Anvertraute schon! Die Ziele, die sie sich gesteckt hat, will sie erreichen. Aufgeben, ist ein Fremdwort! Noch!
Ich traue mich, das Wort „noch“ zu verwenden, obwohl ich es nicht schreiben möchte, aber die Realität hat sie bzw uns schon mehrfach wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt und uns eines Besseren belehrt.

Aber!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

2 Kommentare zu „Tag 509 Lichtblicke? Ja oder Nein?“

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