Tag 510 STOP or GO? Weiter mit Chemie oder nicht? PING!

Entscheidungen treffen zu müssen, bzw Entscheidungen treffen zu können, ist ein Recht, das einem keiner nehmen soll, kann oder darf.

Wenn die Frage des Auhörens oder des Weitermachens im Raum steht, auch nicht.

Gelegentlich stellt sich die Frage. Sie kommt. Irgendwann mal wieder. Dann ist sie da. Sie drängt sich im Kopf nach ganz Vorne. Ist schlagartig präsent. Ausgelöst oder hervorgehoben wovon auch immer. Irgendwann machts ping, und die Frage nach dem Ja oder Nein ist da.

Dies sind dann Momente, die schwerer sind als Blei. Unglaublich schwer! Sie liegen da wie ein Batzen, den man nicht wegbekommt. Nicht, ohne ihn nicht zu packen, ihn zu bearbeiten, sich mit ihm auseinanderzusetzen, nicht ohne ihn zu verarbeiten. Auch wenns Magenschmerzen, sehr kurze oder auch schlaflose Nächte kostet.

Gestern Abend. Pretty Woman lief im TV. Ein leises „ping“. Kein Geräusch, nur ein Ping im Kopf. Ping, und die Frage war wieder da.

„Soll ich mit der Chemo weitermachen oder soll ich damit aufhören?“

Denken Sie jetzt bitte an den Film „Das Boot“. Ein U-Boot. Sie sind darin eingeschlossen. Sie können nicht raus. Sie sind unter Wasser. Sie wissen, irgendwo sitzt der Feind.
Sie wissen es, sehen ihn aber nicht!
Ping!
Er hat sie angepingt! Ein Ping, dann noch einer, noch einer, noch einer, noch einer, und noch viele viele weitere Pings.

Die Frage sendet ein Ping. Sie hat sie getroffen, weiß wo sie sind. kommt näher, kommt näher und näher. Sie schlägt ein, trifft sie.
Sie müssen etwas tun, damit umgehen.

Ausweichen klappt nur leider nicht. Die Frage steht im Raum.

Gibt es eine Antwort?
Ja!
Welche?
Das kann einem nur der oder diejenige sagen, die es betrifft!

Sich mit der chemischen Keule breitschlagen lassen? Sich den Nebenwirkungen auszusetzen? Dem Kotzen, den Schmerzen, der Verwirrtheit,… Auch wenn die Nebenwirkungen gut behandelbar sind, sind es doch wieder Belastungen.

Oder sollte man damit aufhören, die Behandlung ablehnen, es beenden, die Chemo abbrechen? Allem seinen Lauf lassen? Die Chance nicht nutzen?

Einerseits hat man durch die Chemo eine letzte Chance, andererseits ist diese Chance eine ganz harte Nummer. Hört man auf, verliert man diese Chance, lässt dem Krebs womöglich freie Bahn.
Wie sind die Chancen?
3 Monate in Ruhe ohne Chemo?
3 Monate in Ruhe mit Chemo?
6 Monate, 3 Jahre, 7 Wochen, 5000 Tage, 35 Millionen Stunden mit Chemo?
Oder 6 Monate, 3 Jahre, 7 Wochen, 5000 Tage, 35 Millionen Stunden ohne Chemo?

Eine Frage, die Ihnen absolut niemand beantworten kann. Niemand! Wirklich niemand!
Sollten Sie es nicht glauben, wälzen Sie Bücher, befragen Sie Fachleute, Ärzte etc. Es gibt nur „Tendenzen“ und „Statistiken“ nach denen Sie eine Chance von X Prozenten haben, in eine der beiden Richtungen besser unterwegs zu sein.

In welche Richtung Sie tendieren sollen, können Sie nur selbst entscheiden!
Nicht Ihre Familie, nicht Ihr Ehemann, nicht Ihr Kind. Nur der Betroffene selbst, kann es entscheiden.

Ping! Die Frage ist da! Die Frage kam gestern Abend wieder. Sie kam genau bei Pretty Woman….

Wann, ob und wie eine Entscheidung fallen wird?

Keine Ahnung!
Aber Eines ist sicher! Ich werde die Antwort respektieren! So schwer es auch fallen wird!

Ping!

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

 

4 Kommentare zu „Tag 510 STOP or GO? Weiter mit Chemie oder nicht? PING!“

  1. Lieber Peter, komplett verständlich. Im Nachhinein weiß ich jetzt auch mehr, aber die „hätte“ retten uns auch nicht mehr. Akzeptiere und sei bei Deiner Liebsten. Jede Entscheidung ist richtig, wenn sie einmal getroffen ist. Ihr beide müsst damit klar kommen. Die anderen haben diese Schmerzen der Entscheidung nicht. Ihr müsst da leider ganz allein durch. Ich sende Euch ganz viel Kraft. Liebe ist etwas Tolles.

    Gefällt 1 Person

    1. Gerade die Tatsache, dass in Familienkreis schon mal die Aussage bzw die Erfahrung gab, dass es mit Behandlung 3 Monate, und ohne Behandlung auch 3 Monate war, machts irgendwie nicht leicht. Aber eine Entscheidung akzepieren zu müssen, das steht fest. Es ist so. Ich akzeptiere sie wenn sie gefällt wird.
      Danke sehr! Kraft ist notwendig!

      Gefällt mir

  2. Wenn man gesund ist und weit weg vom Ganzen, neigt man vielleicht lieber zum „Noch was von der Welt sehen“ oder „So richtig einen drauf machen“. Aber ich kann verstehen, dass das alles nicht mehr wichtig ist, wenn man auf den Strohalm setzt, den man in der Hand hat. Ich habe keinen Rat … nur Respekt vor solchen Fragen und dem Umgang damit. Auch von mir: Viel Kraft für die nächste Zeit

    Gefällt 1 Person

    1. Das kann ich nur bestätigen! Aus der Ferne betrachtet, sieht man die Dinge wirklich so. Wenns dann ans Eingemachte geht, sieht die Sache etwas anders aus.
      Ein Arzt war es bisher, der die Sache mit dem „noch einen draugmachen“ gesagt hat. Er meinte damit, dass es so und so schon zu spät sei. Der Rest der Ärzte, ist anderer Meinung. Es gäbe noch Chancen, Behandlungesmethoden etc.
      Wer von den beiden Lagern recht hat, wird sich weisen.
      Die Entscheidung (siehe die Grundfrage im Artikel), welchen Weg man gehen will, fällt man eben selbst. Das ist eben dann die zu respektierende Entscheidung. Auch wenns schwerfällt! Das Thema Respekt ist hier ausschlaggebend!
      Danke für die Kraft!

      Gefällt mir

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