Lebensabschnitte? Teilbereiche? Phasen? Der Versuch, ein Leben erklären zu wollen.

Abschnitte? Teilbereiche? Phasen?
Jeder dieser Begriffe klingt irgendwie unpassend, komisch oder sogar eigenartig, wenn man ihn für das eigene Leben nehmen will!

Abschnitte?
Na gut, alles hat oder hatte seine Zeit, aber „abgeschnitten“ hat dies oder jenes ja gerade nichts von meinem Leben.
Abschnitte? Fällt irgenwie aus

Teilbereiche?
Bin ich am Fließband? Nö. Ein Teilbereich meines Lebens war dieses oder jenes? Gibts da keine bessere Formulierung?
Teilbereich? Fällt also auch aus

Phasen?
Die Trotzphase hatte ich sicher mal, die „Schulphase“ sicher auch, die „Jugendlichenphase“ etc? Das liest sich schon so unpassend, klingt auch noch unpassender.
Phasen? Fällt also auch aus

Ich will mein bisheriges Leben nicht zerstückeln wie es manche so tun, wenn sie sich selbst beschreiben wollen/sollen/müssen.
Alles griff und greift irgendwie inneinander. Wenn ich Dieses nicht getan hätte, wäre Das nicht geschehen, dann hätte ich X nie kennengelernt, die Erfahrung Y nie gemacht, und so weiter.
Zerschneiden, unterteilen, in Abschnitte oder Phasen zu unterteilen, ist nicht möglich.

Manche Selbstbeschreibungen lesen sich wie eine Beschreibung eines Burgers von MC Kotz!
Eine Scheibe Grundbrot, Pampfsauce, ein negativ behaftetes Stück Irgendwas, dann ein Blatt vom Knackigen, dann der labbrige Gelbmatschkäseersatzdingsbumsmatsch, dann der Deckel mit Bröselzeug.

In Summe ein Teil, in seine Einzelteile zerlegt, der gleiche Mist, aber eben in Teilen. Völlig ohne Zusammenhänge.

Bei einem Leben kann man keine Scheiben abschneiden, es zerteilen, abgrenzen, in Phasen teilen.

„Das war mal irgendwann so! Alles hat eben seine Zeit! Ja, so lief ich auch mal rum!“
sind Aussagen, die es schon eher treffen.

Der oder die „Lebensabschnittspartnerin“, ist doch genau so ein abgegrenztes Begriffsmodell. Cut, Schnitt, Anfang – Cut, Schnitt, Ende?

Ich kenne keinen Begriff, der ein Leben erklären kann….

Hintergrund für diese Gedankengänge:
Ein Gespräch über ein Leben, das zu Ende gehen wird

4 Kommentare zu „Lebensabschnitte? Teilbereiche? Phasen? Der Versuch, ein Leben erklären zu wollen.“

  1. Stimmt, irgendwie liest sich das alles nicht so stimmig. Was hälst du von Episoden (nicht negativ behaftet sondern im Sinn vom Film)? Staffel hört sich so nach Sport an… oder aber Szenen als Bezeichnung für Ausschnitte?

    Wer verlangt, dass du dein bisheriges Leben „zerstückelst“? Ich glaube, wenn man im Austausch mit anderen ist, ist es hilfreich, wenn man eben einen Begriff verwendet, wie beispielsweise „Abschnitt“ der für den anderen „begreifbar“ ist. Anderseits ist Kommunikation ja auch dann begreifbar, wenn man „Zeiten“ und „Situationen“ entsprechend umschreibt, wie du im Text oben mit „Das war mal irgendwann so! Alles hat eben seine Zeit! Ja, so lief ich auch mal rum!“ – die viel individueller sein können und eben dich als Gegenüber auch begreifbar machen. In meinen Augen auch ein komplexeres Bild abgeben, als „die Teilbezeichnungen“ in Form eines tab. Lebenslaufes.

    „Lebensabschnittspartner“ empfinde ich persönlich als sehr negative Bezeichnung und ist für mich maximal als Bezeichnung für einen negativen Ex verwendbar. Es hört und liest sich nach „wenn du aufgebraucht bist, gibts was neues“ an.

    Mein gehelichter Kerl, hat viele Bezeichnungen (je nach meiner Laune 😉 ) aber ich würde ihn nie als „Abschnitt“ bezeichnen, denn da schwebt für mich die Beendigung der Beziehung aufgrund von fehlender Harmonie und Liebe mit ein. Auch Bezeichnungen wie „das geringste Übel“ oder ähnliches empfinde ich als verletzend und würde sie schon aus diesem Grund nicht verwenden.

    Einen Begriff der Leben erklärt? Einen? Nein, den gibt es in meinen Augen auch nicht, vielleicht den Lebensumstand, besonders bezogen auf einen Menschen? Für den meinen kam gerade direkt „GLÜCK“ das umfasst soviel und ist mit diesem „einfachen“ Wort knapp beschrieben. Klar kann ich da ausholen, aber wenn mich jemand fragen würde was bedeutet dein Mann für dich, dann wäre es die Antwort „Glück“ mit ganz vielen Erklärungsmöglichkeiten.

    Fühl dich umarmt.

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    1. Gerade wenns in Gesprächen „ums Leben“ geht, kommen oft solche Begriffe ums Eck. Ich finde ebenfalls viele davon sehr unhöflich oder unpassend.
      „Das geringste Übel“? Wem fällt denn sowas bitte ein…
      Danke sehr!!!

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  2. Damit bezeichnete eine Bekannte ihren Partner, mit der Begründung, dass er von dem was zu diesem Zeitpunkt verfügbar war, das geringste Übel… und ich habe einige Menschen kennengelernt, die so über ihre Partner sprachen. Männlein wie Weiblein, allerdings waren das dann für mich immer nur „Begleiterscheinungen“ und keine Wegbegleiter auf meinem Lebensweg 😉

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