Tag 624 – 626: Hoffnung! Die bleibt! Es ändern sich nur die Dinge, auf die man hofft!

Machtlos und auch Hilflos, sitzt man daneben. Man kann nichts machen. Man kann nicht helfen. Auch wenn man möchte.

Infusionen, Blutkonservern, Schmerzmittel, uvm. Mit allen nur erdenklichen Mitteln wird gegen die Schmerzen und die Auswirkungen vom Krebs angekämpft. Es scheint aber nur mehr bedingt zu wirken.
Auch diese Medikamente haben Nebenwirkungen, verursachen Wassereinlagerungen im Körper, machen dies , machen jenes.

Damit aufhören?
Womit? Mit den Medikamenten gegen die Schmerzen?
Auch keine menschenwürdige Option.

Allein die Schmerzen würden meine mir Anvertraute in den Wahnsinn treiben.

Aufhören mit dem Kampf gegen den Krebs?
Der kann nur mehr geringfügig daran gehindert werden, weiter zu wachsen, sich noch schlimmer auszuwirken, als er es ohnehin schon tut.

Eine der für mich prägnantesten Ausagen fiel gestern am Abend, als ich meine mir Anvertraute spät am Abend noch besucht habe:

„Ich glaub, mein Körper schafft das nicht mehr lange!“

Tränen, Tränen, Tränen! Nicht nur bei ihr!

Machtlos und auch Hilflos, sitzt man daneben. Man kann nichts machen. Man kann nicht helfen. Auch wenn man möchte.

Ein Platz in der Palliativstation ist leider immer noch nicht in Sicht. Kein Platz frei. Es wird alles versucht, aber es ist kein Platz frei.
Es wäre so schön für meine mir Anvertraute, wenn sie die vermutlich letzten Tage in Ruhe und Geborgenheit verbringen könnte.
Auf der normalen Krankenstation, auf der sie derzeit ist, muss einfach das normale Tagesgeschäft eines Krankenhauses ablaufen. Da ist die nötige Ruhe nicht immer gegeben. Leider.

Es sind die vielen kleinen, großen, schweren, drängenden, schmerzhaften Gedanken, an denen man zu knabbern hat. Und das als Angehöriger. Und man sitzt daneben und kann nichts machen, nicht helfen. Nichts.

Hoffen!
Hoffen auf einen ruhigen, schönen Platz auf der Palliativstation, Hoffen darauf, dass die Schmerzmittel helfen, dass sie wirken.
Hoffnung?  Ja, Hoffnung! Die bleibt! Es ändern sich nur die Dinge, auf die man hofft!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

9 Kommentare zu „Tag 624 – 626: Hoffnung! Die bleibt! Es ändern sich nur die Dinge, auf die man hofft!“

  1. Als guter Freund der Familie tut es genauso weh nichts tun zu können. Man hofft, man denkt . Es kreist der Kopf. Natürlich telefoniert man oft. Redet. Baut auf. Versucht sowohl realistisch zu sein aber auch unterstützend einzuwirken. Ein Gefühl bleibt…. Hilflosigkeit. Herr P du weisst wo i bin. Kilometer trennen einen, aber i bin näher als Du denkst.

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  2. Hallo Peter, ich habe deinen Beitrag nun schon lange vor mir auf dem Tablet, scrolle hoch , scrolle runter, will etwas beitragen, kann aber nicht. Ich war noch nie ansatzweise in einer ähnlichen Situation, kann nichts raten, habe keine Kompetenz oder Weisheit wenn es um den miesen Krebs geht. Wir kennen uns auch nicht persönlich. Ich kann nur sagen, dass ich der Entwicklung seit April 2019 folge und von Herzen mithoffe. Grüße aus Berlin, T.

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