Tag 631: Psychologisch an den Nil gereist. Ich brauche bis 14:00 eine Badehose!

„Ich war heute psychologisch am Nil!“
Was klingt wie der Versuch eines total betrunkenen Menschen, die letzten Stunden einer harten Nacht zu erklären, war die Antwort meiner mir Anvertrauten auf die Frage, was denn so los gewesen sei.

„Psychologisch gesehen, war in Ägypten. Am Nil unterwegs!“ Kam es nochmals als Antwort auf die wiederholte Frage.

Nach einigem Hin und Herr, hatte ich es rausbekommen. Die Psychologische Betreuung war bei ihr und nahm eine Reise nach Ägypten als Hilfestellung für ein Gespräch.
Diese Reise fand nie statt. Wir waren noch nie in Ägypten, geschweige denn am Nil.
Es wurde offenbar im Gespräch eine Linie gezeichnet, an der sich das Thema entlangschlängeln kann.
Muss man auch erstmal kapieren….

Die Idee, eine psychologische Betreuung anzubieten, finde ich nicht schlecht. Es ist für einen Erkrankten oder in diesem Fall eine Erkrankte ja nicht so leicht, mit dem Ergebnis Tod umzugehen. Auch für mich ist es „nicht leicht“!

Im Umkehrschluss, bin ich mir jedoch nicht sicher, ob dies bei meiner mir Anvertrauten ankommt. Ankommt, im Sinne von „etwas bringen, etwas zulassen, etwas davon mitnehmen“
Als immer und ewig sehr starke Frau, die in Ihrem Leben schon wirklich sehr viele, sehr intensive Erfahrungen gemacht hat, hat sie selbst schon Vielen in ganz eigenartigen Situationen geholfen.
Den anerkannten Psychologen, als Berufsbezeichnung, hätte sie selbst schob fast verdient.
Die Befürchtung meinerseits liegt also darin, dass die psychologische Betreuung einfach nur Zeit verschwendet hat. Nicht die meiner mir Anvertrauten, eher ihre eigene Zeit.

Warum?
Meine mir Anvertraute steht fest im Leben. Sie erkennt Situationen, sieht die Realität, will nicht einfach „aufgeben“. Ihr ist bewusst, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, an dem ihr Körper „aufhören“ wird.
„Aufgeben“ will sie nicht.

Obs die Reise an den Nil besser macht? Oder ob die halbe Stunde Gespräch eher nur „erdultet“ wurde, weils halt da war?
Ich bin mir nicht sicher, vermute aber eher das Zweite!

Die Psychoschiene, wie sie es selbst nennt, geht heute in die nächste Runde!
14:00 ich wurde auch einbestellt! Darf ebenfalls an den Nil reisen. Mal sehen!

Suche gerade meine Badehose…….   </Sarkasmus Ende>

Ich hoffe auf alles, ich hoffe auf Schmerzfreiheit, auf Ruhe, auf das sanfte, hoffe immer noch. Auch meine mir Anvertraute hofft. Aber obs über die psychologische Schiene geht, glauben wir beide nicht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

3 Kommentare zu „Tag 631: Psychologisch an den Nil gereist. Ich brauche bis 14:00 eine Badehose!“

  1. Vielleicht nicht direkt, aber die unbewussten Anteile in uns allen sind stärker als wir glauben und so kann es vielleicht doch mehr helfen, als ihr auf den ersten Blick denkt. Mach dir um die Psychologin keine Gedanken, sie wird selbst merken ob es „Sinn“ hat und entsprechend agieren. Ich wünsche euch mehr Ruhe, Sanftheit und der deinen Schmerzfreiheit. Fühl dich gedrückt

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