Tag 633: Mit großen Schritten ins große Vergessen, ins große Nichts….

Tag für Tag, sind es Schritte, die dem Ende des Menschen  zugehen, den ich kannte.
Das Vergessen wird immer mehr. Der Kopf baut ab. Die Metastasen, der Krebs, alles trägt dazu bei, den Menschen zu verändern.

Vergessen, Von einer auf die andere Minute vegessen. Alles, eine Kleinigkeit, Vieles, nur Teile. Es ist immer anders. Nichts ist mehr so, wie es war. Alles dreht sich.

Es hat nicht begonnen, es dreht sich schon sehr stark, immer schneller,…..

Eine Entscheidung, ob die 24Std-Pflege oder das Hospiz den letzten Teil ihres Weges gestalten soll, konnte oder wollte meine mir Anvertraute (noch) nicht treffen.

Die Angst darüber, dass sie dies auch nicht mehr können wird, steigt! Die Angst, über den Menschen bestimmen zu müssen, nimmt mir die Luft zum Atmen. Es ist bedrückend. Es macht Angst!
Ich will nicht über den Menschen bestimmen müssen, der noch vor kurzer Zeit stark, kraftvoll und mit sehr hellem Verstand neben mir im Leben stand.
Aber dieser starke Mensch ist schon gegangen. Diese Teile des Menschen sind leider schon weg.

Es ist nicht üblich in unserer komischen Gesellschaft, Angst zu zeigen, sie zu zu geben, aber ich kann und mache es! Ich habe beschissene und verdammte Angst um diesen Menschen! Ich habe Angst, meine mir Anvertraute vollends zu verlieren.

Schritt für Schritt.
Das ist dabei noch schlimmer, als wenn es einen großen Knall geben würde…..

Hilflosigkeit dem Fortschreiten gebenüber, Machtlosigkeit, Angst und der Druck der stetig steigt, macht einem das Leben nicht einfacher.

Als optimistischer Realist, ich hoffe immer noch, bin aber so realsitisch, dass ich erkenne was kommt, bleibe ich bei meinem bzw bei unserem Satz:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Das Ziel dieses Satzes, das Ziel der Hoffnung, war anfangs „Heilung“. Jetzt ist es Hoffnung auf „in Ruhe gehen können“……

Es kann noch viele Tage  dauern, es kann in kleinenoder sehr großen Schritten gehen, aber es sollte „leicht“ sein….

9 Kommentare zu „Tag 633: Mit großen Schritten ins große Vergessen, ins große Nichts….“

  1. Angst ist so wichtig und darf ihren Raum haben. Weine und hab Angst, die Gefühle zu unterdrücken hat den Effekt, dass sie dich zu einem späteren Zeitpunkt einholen, wenn Mensch glaubt, dass alles schon lange vorbei ist.

    Ich wünsche euch noch ruhige und klare, gemeinsame Momente, in denen ihr für euch Zeit habt.

    Fühl dich gedrückt.

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  2. Lasst die Gesellschaft denken was sie will, wichtig ist was man fühlt. Wenn man Angst oder Verlust fühlt oder einfach nur heulen könnte, dann ist das so. Ich möchte mir nicht vorstellen, was für eine Scheiß-Angst ich hätte, wenn ich in dieser Lage wäre

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