Tag 635: Vom nicht mehr wollen, nicht mehr können und dem Körper, der nicht mehr will.

Schritte, Schritte, Schritte.
Das war und ist das Thema, das mich, das uns die letzten Tage begleitet hat und es auch weiter macht.

Heute war der Tag, an dem Worte fielen, die einschneidender und bedrückender nicht sein können. Gefolgt von dicken Tränen bei uns beiden.

„Ich kann nicht mehr. Ich mag auch nicht mehr. Mein Körper macht da nicht mehr lange mit.“

Es tut weh, dies zu hören! Fühlen, wissen, spüren tut mans schon langer, aber wenn solche Dinge ausgesprochen werden, dann trifft einen das besonders hart.

Schwach, müde, erschöpft, vom Krebs gezeichnet, hängt meine mir Anvertraute im Krankenbett. Ein Aufsitzen, ein Umdrehen oder gar Aufstehen, ist nicht mehr möglich.

Das Essen wird immer weniger. Der Magen streikt, der Kopf streikt, es ist alles zu viel.

Dem Menschen wird das alles zu viel. Der Mensch mag nicht mehr. Hat keine Kraft mehr.

Daneben sitzen, sie halten. Nicht zu fest, denn das versursacht auch schon Schmerzen.
Es ist neben dem Zuhören das Einzige, das ich noch tun kann. Mehr nicht. Es ist ein schreckliches Gefühl.

Die Hoffung, die gibt es noch. Aber es ist inzwischen die Hoffnung auf einen schmerzfreien, ruhigen, leichten und einfachen Tod.

Nicht mehr mehr, aber auch nicht weniger. Leider

Ich hoffe für meine mir Anvertraute!

Denn:

Die Hoffnung stribt zuletzt!

10 Kommentare zu „Tag 635: Vom nicht mehr wollen, nicht mehr können und dem Körper, der nicht mehr will.“

  1. Fühl dich gedrückt.
    Durfte deine dir Anvertraute von der Palliativ bereits umziehen ins Hospiz? Die Worte schmerzen, ja aber vielleicht ist es auch ein beginnender „Frieden“ mit sich selbst, dass sie nicht mehr die Starke sein muss. Ich wünsche euch, dass deine Hoffnung in Erfüllung geht.

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    1. Das Thema Hospiz wurde bezüglich Corona und Co etwas auf Eis gelegt! Es wäre auch toll, wenn man ihr den Transport etc ersparen könnte. Das Hospiz ist ca 100 km entfernt. Wir sind leider damit sehr schwach ausgestattet!
      Danke für die netten Worte!

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