651+ / Zukunft? Was macht man mit Zeit?

Die Zukunftsängste halten sich in Grenzen. Ok, alleine zu sein, ist nach vielen Jahren der Zweisamkeit nichts wirklich Schönes.
Sonst? Na ja, die Zeit ist das Thema.

Einerseits hat man ja immer zu wenig Zeit, andererseits ist es momentan gelegentlich zu viel! Irgendwann ist Feierabend. Schön. Dann?
Zuerst hatte ich 6 Jahre für wenig Zeit, da ich einen Job im Aussendienst hatte und fast nur am Wochenende zuhause war. Dann hab ich das „etwas“ geändert und mich viel um meine mir Anvertraute gekümmert. Das letzte Jahr, eigentlich zuhause fast alles gemacht. Neben Job und Co. Lange, lange Zeit, bin ich jeden Tag Abends noch zu ihr ins Krankenhaus gefahren. Da gingen pro Tag auch nochmals mindestens 3 Stunden weg.
Übrig bleib: Nichts. Keine Zeit für mehr, als den kleinen Haushalt zu erledigen.

Aber ich habs gern gemacht, wollte sie nicht alleine lassen, wollte unterstützen.

Jetzt? Jetzt, sieht es so aus, als hätte ich zuviel Zeit. Bin es nicht mehr gewohnt, Zeit zu haben.
Immer noch sehe ich irgendwann auf die Uhr, denke daran, gleich losfahren zu müssen, ins Krankenhaus zu können, meine mir Anvertraute zu besuchen,…. Alles anders…..

Es blieb vieles liegen im Hause P!

Die Wände können einige Liter Farbe vertragen, der Staub streitet sich mit den Spinnweben, den Katzenhaaren und den Bröseln, die sich unter den Möbeln vor mir verstecken.

Sowas wie „Bewegung in der frischen Luft“ klang für mich in den letzten Jahren wie „lernen sie doch Suaheli mittels schwedischem Lehrbuch!“. Null, Fehlanzeige.

Ab und an, gings mal irgendwie an Sonntagen rund um die nächsten 3 Häuser, mehr Freizeitangebote hatten wir beide nicht (mehr). Die Arbeit, die zwischenzeitliche Baustelle in den eigenen 4 Wänden, alles fraß die Sache weg.

„Du musst dich jetzt sicher umstellen!“ war eine der Aussagen, die ich zu hören bekam. Na ja, das erzähl mal einem, dem seine zweite, beste und geliebte Hälfte abhanden gekommen ist….

Viele, viele Monate hatte ich eine Aufgabe. Die, mich zu kümmern!
Das ist weg. Leider!

Mich mit vielen anderen jetzt am Baumarkt anzustellen, mir Farbe, Material und Sonstiges zu kaufen, nur um dem Gott des Heimwerkens dienen zu können, ist auch nicht gerade sehr erfüllend, aber notwendig.

Mir fehlt leider noch der ultimative Plan…..

„Schnapp dir doch dein Fahrrad und…“ – das Ding hängt seit über 6 Jahren im Schuppen an der Decke, geziert von Spinnweben und Dreck. Wird ein Projekt!

„Geh doch mit unserem Hund spazieren!“…
Habe nicht mal mehr passende Schuhe, um irgendwo abseits von Büros und Co rumlaufen zu können! Vernünftig mein ich! Wird ein Projekt!

„Du kannst doch mal ausmalen! Wolltest du ja schon länger!“
Da spricht nichts, ausser die Begeisterung dagegen! Wird bzw ist ein Projekt!

„Nimm dir doch mal Zeit für dich! Das schadet dir sicher nicht!“
Was mach ich damit? Mich alleine auf eine Bank setzen und nachdenken?
Sollte das ein Projekt werden?

„Du musst dich etwas ablenken!“
Wovon? Davon, dass ich meine mir Anvertraute nicht mehr an meines Seite habe?
Will ich eigentlich nicht! Warum auch! Sie fehlt.

Was macht man mit Zeit?
Eine Frage, die ich mir aktuell selbst stellen muss.
Projekte, siehe oben, sind in Planung.

Grund dieses Textes: Das vergangene Wochenende…..

6 Kommentare zu „651+ / Zukunft? Was macht man mit Zeit?“

  1. Hallo Peter.

    Kein Ratschlag, dazu habe ich nicht das Recht. Aber meine Meinung ist: Geh in kleinen Schritten. Mach das von deinen Projekten, was gut umzusetzen ist und dich nicht zu sehr belastet. Kauf dir ein gutes Paar Schuhe zum spazieren mit dem Hund von Freunden/Verwandten. Das geht bei jedem Wetter. Dann putzt du das Rad und fährst in kleinen Etappen. So bekam ich letztes Jahr Schritt für Schritt (neben dem 1/4 Jahr in der Klinik) meine Depression und die Begleitumstände einigermaßen in den Griff.

    OK, hat mich die Krankheit noch den Job (war ja auch im Außendienst) gekostet, aber irgendwas ist ja immer…

    Gefällt 2 Personen

    1. Da bin ich der gleichen Meinung! Ich hab mir Ziele gesetzt. Diese möchte ich Step by Step abrattern.
      Für mich selbst, ist leider sehr sehr viel weggebrochen. Es geht so weit, dass ich mein privates Leben einfach neu aufstellen muss.
      Das eben, Step by Step.
      Aktuell finde ich ausmalen „sehr meditativ“ 🙂

      Gefällt 2 Personen

  2. mache das, wonach Du Dich in dem Moment fühlst, und wenn es nervt, höre auf. Malen hilft mir auch sehr. Alles, wo die Seele aufatmen kann. Der vergangene Marathon war hart, versuche zu heilen. Und „darüber wegkommen“ und „nach vorne blicken“ ist gerade nicht relevant. Der Schmerz will auch raus und gefühlt werden, das braucht Zeit.

    Gefällt 1 Person

    1. Es läuft alles noch sehr wirr und unrund. Ich muss alles erst irgendwie in eine Reihe bekommen. Viele Dinge sind so lange brachgelegen, mussten beiseite geschoben werden, blieben liegen.
      All das, mich selbst, die Bürokratie, alles muss irgendwie und irgendwann auf „gerade gebogen“ werden. Schritt für Schritt.
      Hätte mich vorher jemand gefragt, hätte ich das mit einem Lachen als Nonsens abgetan. Falsch gedacht!

      Liken

      1. Die Trauer haut einem so die Beine weg. Irgendwie benötigt alles auf einmal so viel Zeit. Ich bin nach einem Jahr immer noch Meilen von meinen alten Kapazitäten entfernt. Mach das nötigste, jeden Tag ein bisschen. Das gute ist, die Arbeit nimmt dir keiner weg, die wartet auch noch morgen auf dich…

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s