Ich schreibe kein Buch! Und das ist eine Drohung! Jawohl!

Obwohl ich durchaus ein Freund des gedruckten oder des digitalisierten Wortes bin, schreibe ich kein Buch! Und das ist eine Drohung! Jawohl!

Ich drohe Ihnen damit, KEIN Buch zu schreiben!
Sie müssen es NICHT lesen.
Sie müssen es NICHT kaufen.
Sie müssen NICHTS damit machen.

Ich habe beim Stöbern in den diversen Blogs festgestellt, dass es eine Unmenge an Schreiberinnen und Schreibern gibt, die mit fast schon unbändigem Willen, ein Buch schreiben wollen oder müssen.
Der Drang, etwas zu veröffentlichen, der Glaube, ein begnadeter oder noch unerkannter Schriftsteller zu sein, scheint vielen davon irgendwie implantiert worden zu sein.

Ich schreibe hier auch. Stimmt!
Aber irgendwie hab ich nur bedingt Verständnis dafür, das alles in ein Buch pressen zu müssen/wollen/sollen was auch immer.

„Das rotierende Leben eine geschlechtsreifen Kurbelwelle“, das Fachbuch über „Die Bremswirkung einer osttibetanischen Holzklotzfussbremse bei dreiachsigen Ochsenkarren bei Schnefall“, die Geschichte des Herrn „Müller auf Reisen durch Ostfranken“, die literarische Abhandlung der „spanischen Grippe auf das Schwedische Königshaus im 19ten Jahrhundert“.
All diese literarischen Ergüsse, finden sicher ihre Freunde, erklimmen die Buchstapel vieler Haushalte, aber verstehen kann ichs nur bedingt.

Sich, möglichst arbeitslos, hinzusetzen, ein Kinderbuch zu schreiben, das dann zu einem Welterfolg wird. Davon träumen offenbar Viele. Rowlings, etc, gibts aber wenige. Bei Einigen erinnert die Schreib- und Ausdrucksweise an Zwölftonmusik, schreiberischem Surrealismus, getipptem Dadaismus oder dem Versuch, Wörter überhaupt zu entdecken.
All das ist schön, all das ist gut. Es ist gut für denjenigen oder diejenige.

Ich frage mich bei all diesem Ganzen, wer warum auf die Idee kommt, ein Buch auf den Markt schmeissen zu können, müssen, sollen. Und warum so viele?
Bin ich nicht modern? Bin ich zu jung? Bin ich zu alt? Oder fehlt mir einfach das Wissen um die Gründe.

Ich trete keinem zu Nahe, der ein Buch schreibt, es vorhat, es gemacht hat, der es will, aber ich frage mich ganz einfach: Warum? Ich hinterfrage es.

Ich hinterfrage die unzähligen, meist völlig überteuerten Kurse, Anleitungen und Tutorials, die es im WWW und natürlich auch in Buchform gibt.
Ist es vielleicht der verzweifelte Versuch, mit den Kursen, Tutorials etc.Geld lukrieren zu wollen?
Ein Schelm, der Böses meint…..

Ich schreibe KEIN Buch.
Es wäre sicherlich in Bereichen angesiedelt, denen kaum jemand Beachtung schenkt.
Irgendwo zwischen Fachliteratur für „Fusspflege für Motten“, „Veganismus und dessen Auswirkung auf die Farbgestaltung der Unterhosen afrikanischer Taxifahrer“ und dem „Telefonbuch von Hintermöslblasing“.

Sollten Sie diese Abhandlung über  „Ich schreibe jetzt ein Buch“- Gedanken, zu Papier bringen wollen, steht Ihnen Ihr Drucker sicher mit Blatt und Toner zur Verfügung.

Sonst? Bitte weiterlesen! Hier gibts kein Buch! Bitte weiterlesen….

 

10 Kommentare zu „Ich schreibe kein Buch! Und das ist eine Drohung! Jawohl!“

  1. Also ein Buch von dir über „Veganismus und dessen Auswirkung auf die Farbgestaltung der Tupperdosen im Hinblick auf die Ölförderungsrate“ würde ich sicher lesen 😉
    Schmunzel, ich bin ja irgendwie in die schreibende Zunft reingerutscht. Hab dann, beruflich gefördert, einen Fernstudiengang bekommen mit „Autor werden“, den ich nach der Hälfte abgebrochen habe. Ja, es ist Handwerk, ja, es gibt Dinge die beachtet werden sollten…Aber was macht es aus dem Schreiber? Ich habe 2013 nicht schlecht geschaut, fühlte mich leicht verarscht, als ich eine E-Mail von einem Verlag erhielt und freundlich gefragt wurde, ob ich die (Lebens-)Geschichte aus dem Blog in ein Buch verpacken möchte.
    Ich hab überlegt, mich mit dem engsten Umfeld beraten und dann losgelegt. Innerhalb von ein paar Monaten war es fertig, denn eigentlich war es ja schon geschreiben. Es fehlte das Lektorat durch den Verlag, das Lektorat das ich beauftragt hatte, war nicht ganz fehlerfrei und als ich das Buch selbst drei Jahre später nochmal gelesen habe, hab ich einiges zu bemängeln gehabt. Mich allerdings auch gefragt, ob ich das wirklich geschrieben habe… Hat schon was, wenn man zwischendurch zeitlichem Gedächtnisverlust hat. (Nennt sich anders, beschreibt es aber ganz gut.) Die Kritiken sind positiv, das Interview auf der Frankfurter Buchmesse war beeindruckend, aber ich bin keine Rampensau und froh, dass ich mich dazu entschlossen habe, es unter einem Pseudonym zu veröffentlichen.
    Im Rückblick: Geschadet hat es mir nicht, es ist immer noch erhältlich, das was davon abfällt reicht weder für einen Urlaub noch ein langes Wochenende und, wie vorher schon, schreibe ich, weil es raus muss und wenn es jemandem gefällt schön, wenn nicht, kann er weitersurfen. Ich kenne einige Autoren persönlich, sie alle verbindet der Wille ihre Gedanken zu teilen und damit Geld zu verdienen, aber es ist eben der Wille und nicht die Realität, denn sie alle kommen damit nicht über die Runden und fühlen sich „verkannt“.
    Ich finde deine Einstellung gut und kann es absolut verstehen, ich würde es bedauern, wenn du hier nicht mehr schreibst.

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  2. Ich habe drei Bücher geschrieben und nur an Familie und Freunde verschenkt, war nicht im Handel erhältlich. Drei tolle Projekte, aber auch ein Haufen Arbeit. Erst danach bin ich beim Bloggen gelandet.

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