651+ / Der allerletzte Wunsch. Es geht los.

Das „lustigste“ Wort des Jahres 2020: Corona.
Ich will es eigentlich nicht verwenden, es breittreten, es benutzen schon garnicht, aber ich muss es fast.
Corona und seine Auswirkungen, haben ja dazu geführt, dass viele Dinge anders wurden. Sie mussten anders als sonst ablaufen. Hat Schaden angerichtet etc.

Im Falle meiner mir Anvertrauten, hat Corona sogar einige Dinge dazu gebracht, so abzulaufen, wie sie es wollte. Im Kleinen, im Ruhigen, ohne Blin Bling. Man durfte ja nicht. War so, ist so.
Ihre Wünsche, ihre letzten Wünsche, konnten erfüllt werden.

Jetzt, einen Monat nach Ihrem Tod, konnte mit dem letzten Schritt begonnen werden.
Ihr letzter Wunsch, der letzte der kleinen Reihe an Wünschen, kann in Erfüllung gehen.

Ich habe in einem vorangegangenen Eintrag davon berichtet, dass sie nie auf einem Friedhof beigesetzt werden wollte. Sie hatte sich schon zu besseren Zeiten immer gewünscht, mal genau am Punkt X begraben zu werden.
Ausformulieren, kann, möchte und darf ich das X hier nicht. Ich kann/will und möchte es einfach nicht. Es ist ein spezieller, würdiger, angemessener und auch gesetzlich erlaubter Ort. Mehr Infos gibts nicht.

Aber: Der Ort X muss noch Urnentauglich gemacht werden. Bedeutet, dass der Ort X etwas umgebaut werden muss. Kleine Baustelle = würdiger Platz!.

Die Bauarbeiten konnten ziemlich genau 1 Monat nach ihrem Tod starten. Corona verhinderte leider das frühere Starten. Es war in Österreich nicht erlaubt, eine kleine Gruppe aus „fremden Leuten“ zu bilden. Na ja, was solls.

Ein kleines Loch – für mich als begnadeten Heimwerker kein Problem – musste gegraben werden. Fürs Fundament, nicht für die Urne wohlgemerkt. Jetzt, wo dies erledigt ist, sich mein Muskelkater und die Blasen an den Händen wieder gelegt haben, kanns losgehen.

Im näheren, familiären Umfeld fand sich ein williger Helfer, Maurer, Zimmermann etc. der tatkräftig und mit geschultem Auge, die Sache in die Hand nimmt.

Der allerletzte Wunsch meiner mir Anvertrauten geht in Erfüllung.

Es geht los! Langsam aber sicher! Es wird!
Ich freue mich drauf, ihr auch diesen Wunsch erfüllen zu können!

 

Zusatz:
Ja, es ist in Österreich erlaubt, eine Urne auch ausserhalb eines Friedhofes bezusetzen, solange dies genehmigt ist (kein Problem) und ein würdiger, erlaubter Ort gefunden ist.
Details, siehe Gesetzeslage.

11 Kommentare zu „651+ / Der allerletzte Wunsch. Es geht los.“

  1. Eine besondere Situation, im Zwischenmenschlichen einen schmerzlichen Verlust erleiden zu müssen – darf ich mein Beileid bekunden –, aber zugleich ein, wie es geschildert ist, gleichermaßen liebe- wie würdevoller Umgang mit dieser anrührenden Situation. Ich bewundere den Mut, darüber zu schreiben. Viel Kraft und alles Gute!

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    1. Ich sag mal so, schreiben hilft irgendwie….
      Die ganze Sache an sich ist die, dass ich meiner mir Anvertrauten diese Wünsche erfüllen will. Nicht nur möchte!
      Kraft kann man gebrauchen! Gerade in solchen Situationen. Das wird nur jemand verstehen, der in einer solchen Situation ist.
      Danke sehr für die netten Worte!

      Gefällt 1 Person

  2. Dass es in Österreich möglich ist, dafür beneide ich euch! Meinen Mann musste ich damals einen Platz in einer Urnenwand kaufen. Dort sind wir aber so selten, dass wir einen Stein in den Garten gelegt haben und diesen besuchen und überhaupt ist der Papa und der Mann in unseren Herzen und somit immer bei uns.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich habe mich schon als meine mir Anvertraute den Wunsch irgendwann mal geäussert hat, darüber informiert. Erstaunt war ich allerdings darüber, wie oft das inzwischen der Fall ist. Alleine im näheren Bekanntenkreis sind unzählige Urnen an schönen Plätzen in eigenen Gärten beigesetzt. Ich finde es schön.
      Schade, dass es in D noch immer diese Friedhofspflicht gibt. Angeblich aber nicht mehr in allen Bundesländern.
      Die Grabstätte an sich, kostet natürlich auch Geld. Da hängts dann aber davon ab, was man selbst will, nicht davon, was die Friedhofsverwaltung vorschreibt.
      Lustig war gestern Abend nur die Vorstellung, dass ich eigentlich auch mein eigenes Grab geschaufelt habe. Ich möchte auch dort (als Urnenbewohner) irgendwann mal beigesetzt werden.
      Im Kopf sind sie alle noch da. Das bleiben sie auch! Vergessen werden sie nie. Sie bleiben!

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  3. Lieber Peter,
    ich lese jetzt schon ein paar Tage hier. Will auch noch rückwärts abtauchen, da hab ich mir ganz schön was vorgenommen, nicht wahr?
    Erst einmal möchte ich mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Aber auch meine Hochachtung vor dem geleisteten Beistand (jetzt gehen mir die passenden Worte aus).
    Und ich finde großartig, dass dieser letzte Wunsch in Erfüllung geht.
    In D sind jetzt wohl Friedwälder „das neueste“, da kommt die Urne unter einen bestimmten Baum, genauer weiß ich das auch noch nicht. Interessiert mich aber, vielleicht kann ich mal darüber berichten.
    Ich wünsche gutes Gelingen in der finalen Umsetzung und alles Gute!

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    1. Herzlichen Dank!
      Ja, beim rückwärts Abtauchen, gibts Einiges zu lesen.
      Ich finde es (auch für mich muss ich dazu sagen) wichtig, die letzten Wünsche erfüllen zu können und zu dürfen! Mehr kann ich für meine mir Anvertraute nicht mehr tun!
      Die Sache mit dem Platz X, an dem meine mir Anvertraute ihre letzte Ruhe finden wollte und wird, ist in vollem Gange!
      Danke nochmals!

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