651 + / Vom Nachlass, dem Datenstriptease, dem digitalen Leben und dem „Rest“

Wie bereits im Eintrag vom 6.5.2020 (Notartermin zur „Verlassenschaftssache) erwähnt, muss laut Gesetz, das ganze Leben eines Menschen korrekt „abgewickelt“, alle Belege vorgelegt, alles ver- und gegengerechnet werden, Konten geschlossen werden (soweit vorhanden), Kredite bedient, Ämter informiert, und Bestätigungen eingeholt werden.

Nichts, was nicht machbar wäre. Es hat alles seinen Weg, dauert nur meist lange. Ist auch mühsam.

Es ist und war mir natürlich wert, dies zu machen. Es geht ja nicht, wie man manchmal meinen könnte, um einen Gebrauchtwagenkauf, sondern um ein Menschenleben.
Das Leben meiner mir Anvertrauten. Ich habe es zu regeln, ich will es auch regeln.

Mehr, mehr kann ich nicht mehr für sie tun. Alles zu einem guten Abschluss zu bringen.

Ämter, Behörden, Banken, etc, sind die eine Seite.
Die Andere, ist der digitale Nachlass!

Eine riesige Ansammlung an Zugangsdaten, Apps, Logins, Daten, Mails, etc liegt herum, ist gespeichert, vermerkt, in Cookies gebacken. Beide, ich berufsbedingt, meine mir Anvertraute aus Interesse und Spaß am Netzwerk, sind und waren viel auf den Datenhighways dieser Welt unterwegs, haben das große Netz durchstöbert, unsere Spuren hinterlassen.

Auch Dies muss „aufgearbeitet“ werden. Accounts stilllegen, Zugänge müssen gekündigt werden, etc. Die Sterbeurkunde, ist der erste offizielle Beleg, den man als Witwer oder Witwe in den Händen hält. Diese kann man zB dazu verwenden, den Status bei Fatzebock in einen „Gedenkmodus“ versetzen zu lassen. Andere Seiten, kann man dann nicht mehr nutzen, da diese auch zum Konzern des Zuckerbergs gehören. Hat sich somit auch erledigt.
Wieder andere Dinge kann man als Hinterbliebener nicht  so einfach abstellen, da es sich um Zugänge über Kundenkarten handelt. Auch recht, lass mal laufen bzw auslaufen. Ist egal.
Dinge, die automatisch per Kreditkarte bezahlt wurden, sind da ein anderes Thema. Die Karte wurde bereits stillgelegt. Sollte sich also ein Webdienst daran bedienen wollen, regnet es eine Mahnung, sollte man irgendwas übersehen. Aber auch das wurde in unserem Fall bereits „vorher“ erledigt.

Die ungefragt zugestellten und heißgeliebten Spammails kommen immer noch, der Rest wird immer weniger. Andere Infomails etc. sind bereits abbestellt.

Das Mobiltelefon kann noch nicht stillgelegt werden. Es geht um digitale Bürgerkarten, Behördenapps, etc., die dort eventuell noch bedient werden müssen. Man darf auf nichts vergessen.

Auch hier ist also ein Nachlass zu verwalten, der digitale Mensch „abzuwickeln“. Nur das Thema Datenstriptease fällt hier, im Gegensatz zu den Ämtern und Behörden flach. Das Internetz kennt die meisten Dinge schon lange. Die Ämter und Behörden zwar auch, aber die brauchen dazu auch noch alles mit Brief und Siegel. Und manches davon dauert. Ein Monat vergeht sehr schnell in solchen Dingen…

Aber! Es geht immer noch um einen Menschen!
Es geht in diesem, meinem, unseren Fall, um meine mir Anvertraute.

Erinnerungen…..

3 Kommentare zu „651 + / Vom Nachlass, dem Datenstriptease, dem digitalen Leben und dem „Rest““

  1. Da wir nicht verheiratet waren aber gegenseitig eine Vorsorgevollmacht hatten konnte ich alles klären und regeln was nötig war. Und das ist in der Tat jede Menge. Die Kinders waren froh, denn das sind beide keine Menschen für den Schreibkram. Die waren froh dass es mich gab. Höchst ärgerlich war es wochenlang auf die Sterbeurkunde zu warten – vollkommen unverständlich (hab damals darüber berichtet). Denn ohne die biste echt der Mops, Du kannst ja nichts „beweisen“, jeder nickt nur und meint „Kommen Sie dann mal wieder“.

    Ooooh Behörden – da könnte einem die Galle hochgehen. Nur für sowas hat man in dieser zeit absolut keinen Magen und muss trotzdem überall durch. Ich drück Dir die Daumen dass Du alles bald hinter Dir hast, denn das wärmt alles immer und immer wieder auf.

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    1. Da hatte ich es „besser“! Dadurch, dass sich bereits der Bestatter um Vieles gekümmert hat, blieb mir im Bezug auf die Sterbeurkunde auch eben Vieles erspart bzw ging schneller! Die hatte ich bereits wenige Tage nach dem Tod meiner mir Anvertrauten in den Händen.
      Das „beweisen und belegen“ des Todes, scheint für diverse Ämter wirklich das Ultimative zu sein.
      Jetzt, einige Wochen später, trudeln Schreiben ein, dass meine mir Anvertraute telefonisch nicht zu erreichen wäre und daher ein Rückruf erforderlich wäre…. Und das von Ämtern, die Ihre Bestätigungen bereits erhalten und auch schon nachweislich bearbeitet und widerum bestätigt haben….
      Im Moment warte ich auf die Bestätigung des Nachlassgerichtes. Das kann auch wieder mehr als 1 Monat dauert. In der Zwischenzeit kann/darf ich Vieles noch nicht erledigen, da ich ja keine Bestätigung dafür habe, es zu dürfen.
      Aber trotzdem Danke! Es wird! Irgendwann!

      Gefällt 1 Person

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