651+ / Vom das „Eigene“ wieder ins Laufen bringen

Es muss sich lesen, als hätte ich kein „Eigenes“, sprich kein eigenes Leben gehabt. Gemeint sind die Jahre, die ich mit meiner mir Anvertrauten verbringen durfte.

Doch, ich hatte ein Leben. Ein sehr Gutes sogar. Wir hatten uns miteinander und zusammen ein Leben geschaffen. Wir hatten Dies, wir taten Jenes. Wir machen. Zusammen!

Jetzt? Jetzt muss es alleine weitergehen. Die bereits mehrfach erwähnte „zweite Seite“, fehlt. Sie fehlt immer noch. Das ist Fakt.

Aktuell laufe ich zwar wieder aufrecht durchs Leben, kämpfe aber immer noch damit, dass mir die zweite Seite, fehlt. Es ist, als würde ich ich mit nur einem Bein und Krücken durchs leben humpeln. Aufrecht, aber unrund.

Die Suche nach einem Ausgleich, einem Hobby, oder wie man den Versuch nennen mag, wieder ins angeblich normale Leben zu kommen, hat mich ja aufs Radfahren gebracht. (die ersten Versuche hab ich ja leidvoll dokumentiert)

Jetzt, da ich wieder öfter fahre, es mir auch gesundheitlich sicher nicht schadet, bin ich an Grenzen gestoßen. An Grenzen von Mensch und Material.
Die Frage nach dem Weg, den ich einschlagen soll, hat sich erneut nach Vorne gedrängt.
Ist es ein Weg, den ich einschlagen soll? Ist es übertieben, bringts was, mach ichs dann wirklich? Fragen, die ich mir selbst stellen und beantworten muss.

Fragen, die in alle Richtungen gehen.

Ich habe einige Zeilen weiter oben von Grenzen geschrieben.
Diese Grenzen sind einerseits meine nicht mehr vorhandene Kondition, andererseits streikt das Fahrrad an den Strecken, die ich fahren kann und möchte. Das Ding ist einfach nur für geteerte Radwege und Straßen gebaut. In unserer Region, sind es jedoch die Schotterstrassen, leichte bis schwere Bergstrecken, die zur Verfügung stehen.

Ist es ein Weg für mich, als Ausgleich zu Büro und Auto, mir ein neues Fahrrad zu kaufen? Die Kosten zu schaukeln, es zu tun? E-Bike mit Pensionisten-Booster soll es werden. Ein E-Mountainbike also.

Es kostet Geld. Es bringt Spaß. Es bringt dringend notwendige, sportliche Betätigung. Es würde Abwechslung bringen. Ausflüge würden leichter werden, ich hätte etwas „für mich“.

Zeit ist wieder da. Einerseits natürlich „leider“, andererseits ist es auch gut, wieder (etwas) Zeit zu haben. Ich merke es jetzt.

Die Suche nach dem ausgleichenden Bein läuft. Ich will und muss die Krücken wieder ablegen, will und muss wieder auf beiden Beinen stehen. Das Fehlende ausgleichen. Ersetzen ist unmöglich. Ich will es auch nicht „ersetzen“.

Die Beifahrerseite in meinem Leben kann ich nicht „ersetzen“. Aber die Sache vielleicht mit Dingen, wie etwas (sportlichem) Ausgleich kompensieren.

Die Fragen und die auch vorhandene Zerrissenheit werden nicht weniger.

So viele Dinge sind noch offen, noch nicht offiziell „abgewickelt“, wie es ein Amt so schön nennt. Alles schwebt und schwimmt herum. Der Boden der Realität ist da, bewegt sich aber dauernd irgendwie irgendwo hin.

Ich muss das „Eigene“ wieder ins Laufen bringen.

Schritt für Schritt für Schritt. Auch wenns noch einbeinig und auf Krücken ist.

Aber! Es wird von Tag zu Tag, von Woche zu Woche immer besser.

Kopfsachen…..

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