Dosenbier-Wanderung, die neue Form des kultivierten Familienausfluges?

Ach, wie ist es doch schön, am Wochenende einen kleinen Ausflug zu machen! Eine kleine Wanderung, nichts dramatisches. Nur mal so um einen kleinen See rum. Den Kinderwagen mit dem hoffnungsvollen Nachwuchs befüllt, den kleinen Roller auch noch mit, gehts ab.
Bewaffnet mit Schnuller, Fläschen und Ersatzwindel, wird entspannt der Tag gefeiert.

Die junge Mutti beehrt die Schotterstraße mit Flip-Flops, zeigt der Welt stolz ihr neues Spaghetti-Shirt mit Totenkopf, Rosen und Glitzersteinchen. Komplettiert wird die Garderobe durch eine sehr gespannte Hose, die bis über den Nabel hochgeht, eine Tailie betonen soll, die sich jedoch durch die Schwangerschaft, MC-Kotz und dem Burger-König nie wirklich bilden konnte.

In einer Hand das glitzernd verpackte Handy, in der anderen Hand den Kinderwagen, gehts gemütlich dahin.

Der Erzeuger des Kleinkindes trabt geistig bereits leicht benebelt daneben her. Ebenfalls perfekt in Badelatschen, natürlich mit einem riesigen Logo drauf, einer ausgewaschenen, ebenfalls mit Logo verzierten Jogginghose und einem T-Shirt gestylt.
Die Sonnenbrille der Marke „sauteuer aber häßlich“ elegant auf die Rübe geklemmt, steigt er breitbeinig durch die Lande.
In der einen Hand ebenfalls das größte und teuerste Handy, das man bekommen kann. Verpackt in eine, natürlich auch mit Logos verzierte Hülle.

Die andere Hand ziert eine Bierdose.

Drinking to go, sauf & walk, Dosenbiersaufing while Familienausflug, oder so ähnlich, scheint das Motto so mancher Jungfamilie zu sein.

Was früher eher einer sehr bildungsfernen und schwer vodkaträchtigen Schicht aus dem weit entfernten Osten vorbehalten war, scheint irgendwie auch bei uns modern geworden zu sein.

Stolz, mit einer Bierdose bewaffnet, den Sonntagnachmittag zu feiern, scheint wirklich schön zu sein. Zumindest für den oder diejenigen, die es nicht etwas eigenartig finden.

Ich persönlich, habe nichts gegen ein gepflegtes Bier, ein Gläschen Wein, oder auch andere alkoholische Getränke, vertrete jedoch hierbei die Meinung, dass auch zum trinken etwas Stil gehören sollte.
Da ich mich aber nicht wirklich zur Zielgruppe diverser Fernsehsendungen, auf solche Beiträge spezialisierte Sender etc. zähle, verpasse ich offenbar wieder mal einen Trend.

Schade eigentlich.

Ironie Ende…..

7 Kommentare zu „Dosenbier-Wanderung, die neue Form des kultivierten Familienausfluges?“

  1. Auch hier bei uns häufig zu sehen, und eben nicht nur bei den üblichen „Verdächtigen“, sondern durch alle Schichten. Und weil sie ganz besonders „social“ sind, stellen sie Pullen/Büchsen überall ab, weil sie dann dem Flaschensammler „was Gutes“ tun. Toll gemacht. Bombe!

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    1. Oh, also ist dieses super Verhalten nicht nur hier so! Es scheint sich bereits verbreitet zu haben. Na ja, Mode eben!
      Und dieses „Verteilen“ der Dosen und Flaschen gehört wohl in diesen „Gruppen“ wohl zum guten Ton!
      Ganz ganz Toll! Wirklich!
      Das mit „Bombe“ bestätige ich!

      Gefällt 1 Person

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