Spurlos verschwinden? Eine Frage der Machbarkeit?

Einfach verschwinden. Sich völlig von Allem und Jedem zu trennen. Abzuhauen. Sich in Luft auflösen. Die Wolke machen.

Ist es möglich, als normalsterblicher Mensch, einfach von einem Tag auf den anderen zu verschwinden? Sich unauffindbar auf dieser Welt zu verstecken? Sich ohne extreme Mittel einfach aus dem Staub zu machen?

Was müsste man tun?
Hab und Gut verkaufen.
Das Geld als Bargeld nehmen. Man wäre ja sonst über die Konten und Karten auffindbar.
Alle Verträge kündigen.
Alle Notizen, Pläne und aufgeschriebenen Informationen löschen. Endgültig.
Die Bänder zur Familie durchschneiden. Alles vergessen.
Ausweise, Mobiltelefon, Mailadressen, Onlinekonten, Bürgerkarten, Versicherungskarten, alles müsste weg.
Noch viele viele kleine, oft unbedeutende Dinge wären zu löschen, zu vernichten, unlesbar zu machen oder abzuschliessen.

Dann? Ja dann ginge es los!
Dann die Frage wohin? Dorthin, wo man schon immer hinwollte? In den Süden?
Mit dem Flieger? Geht nicht! Ausweis muss sein!
Mit dem Zug? Geht nicht! Ausweis muss sein!
Mit dem Auto? Geht nicht! Abgemeldet, verkauft, nicht mehr verfügbar!
Mietwagen? Das Gleiche!
Fahrrad? Das ginge! Aber sicher nicht schnell und nicht weit…
Zu Fuß? Das ginge, fällt aber auch auf…
Grenze? Pass! Ausweis!

Geld? Siehe oben! Karten sind alle weg, das Bargeld wäre sicher auch nicht ungefährlich. Vor allem müsste man ja alles und jeden damit bezahlen. Irgendwann würde man auch Leute für ihr Schweigen bezahlen müssen.
Fragen? Wann tauchen die ersten Fragen auf? Wo kommst du her? Warum, wieso, seit wann, weshalb?

Wie lange würde man wie weit kommen? Wann würde man es schaffen?
Würde man es schaffen?

Könnte man vom Aussteigen auch wieder aussteigen? Sozusagen, wieder einsteigen?
Würde man den Ausstieg vom Ausstieg bereuen, es wieder schaffen, sich reinzufinden?

Ausstieg auf Zeit? Für einige Zeit einfach verschwinden? Einen Zettel mit „bin mal kurz für 3 Wochen bis 10 Jahre weg“ an die Tür hängen?

Alles verkaufen, sich in ein Auto setzen und um die Welt reisen? Die beiden Taschen, die man noch hat, schultern und sich verabschieden?

Sollte man den Versuch starten? Weiter davon Träumen? Vernunft walten lassen?

Antwort?

Nur Gedanken ….

12 Kommentare zu „Spurlos verschwinden? Eine Frage der Machbarkeit?“

  1. Die erste Frage für mich ist warum? Ist es ein „ich mag in dem Fluss nicht mehr“ oder ein „wegrennen“. Wegrennen klappt nicht wirklich, denn man nimmt sich und seine Probleme mit, die meist eben nicht ausschließlich von außen kommen. Ein Neuanfang geht auch innerhalb des Landes sofern man keine Verpflichtungen an den Stast zu leisten hat auch sehr komplikationslos. Zelte abbrechen, neu aufschlagen und fertig. Keine neuen Daten an die bestehenden Verbindungen geben, spurlos weg. Glaubste nicht? Ich kann dir versichern es geht. Die Hintergründe dafür müssen für denjenigen passen und er muss sich darüber bewusst sein, dass ein zurück in den seltensten Fällen möglich ist.

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    1. „den Fluß“ zu verändern, wenn er einem nicht mehr gefällt, ist umsetzbar. Muss jeder selbst für sich entscheiden und umsetzen. Wie auch immer man das dann gestaltet.
      Das „wegrennen“ ist sicher keine Lösung! Da sich gewisse Dinge ja im Kopf angesiedelt haben, würde man sie ja mitnehmen, wie du schon schreibst.
      Ein „ausklinken“ im eigenen Land, einen Neustart in einer anderen Stadt hinlegen, alles Alte liegen zu lassen, klappt ganz sicher, das galub ich dir.
      Ich will persönlich eigentlich nicht „verschwinden“. Ich habe meinen Boden hier.
      Es sind nur Gedankenspiele …..

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      1. Ich hab es auch nur als Gedankenspiel aufgefasst. Sicher kann ich dir sagen, dass ein Neuanfang geht mit komplettem Abbruch zu allem – aus Gründen, auch mehrfach – allerdings ist das auch nach 20 Jahren dann manchmal ein Hindernis, wenn man zum Beispiel aus einem driftigen Grund sein bisheriges Leben auf den Tisch legt. Dann kommen Fragen, die sich nicht unbedingt beantworten lassen ohne Menschen ins Vertrauen zu ziehen, bzw. diesen Informationen geben zu müssen, die sie vielleicht doch nicht haben wollten. Ja, ist mal wieder kryptisch, aber das kennt man ja von mir 😉

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  2. Es ist schon nachvollziehbar, dass ein Mensch weg möchte um woanders etwas zu finden, was an dem bekannten Ort nicht da ist. Zuerst muss mal klären, was genau zuviel ist oder was fehlt. Will man flüchten und ist das etwas, was die Person mit sich herum trägt oder um sie herum ist. Neu anzufangen. Warum geht das nicht in der gewohnten Umgebung?

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    1. Ich glaub, die Frage an sich, wirft schon mal mehr Fragen auf, als man beantworten kann, ohne die Umstände zu kennen.
      Wie gesagt, es war nur ein Gedankenspiel, das nur die „einfachen“ und eher pragmatischen Dinge hinterfragt hat.
      Welche Themen es sind, die denjenigen selbst dazu bringen können, verschwinden zu wollen, kann man sicher nicht so einfach oder global sagen. Die eigenen Gedanken, Wünsche, Träume oder auch Ideen, sind sicher sehr unterschiedlich.
      Dass Menschen (ev im eigenen Land) die Zelte abbrechen, sich in Luft auflösen und ganz wo anders einen Neustart hinlegen, das ist nichts Neues. Die Gründe sind hier oftmals offiziell unbekannt. Bei einigen kann mans erraten, ahnen oder vermuten. Entscheidend ist allerdings der oder diejenige selbst.
      Warum es im gewohnten Umfeld nicht mehr geht, kann auch nur der oder diejenige beantworten.
      Als ich den Beitrag geschrieben habe, war es nur so ein „blöder Gedanke“. Ausgelöst durch ein Lied, ein Video, das ich gehört und gesehen habe. Und vielleicht ein wenig die Lust auf Sonne, Strand, Meer, einer gewissen Lust auf Unbeschwertheit und noch so einigen Dingen. 😉

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