Tag 71 – Alles ist gut

So sieht es zumindest aus.

Meine mir Anvertraute lässt es ruhiger angehen. Das ist gut so! Von Belastbarkeit ist sie laut eigener Aussage weit weg.

Allein diese Aussage hilft mir, mich nicht aufzuregen und mir Kopfzerbrechen zu machen.

Ich liebe sie und möchte nicht, dass etwas passiert.

Gedanken sind fies!

Sich Sorgen zu machen auch!

Aber es läuft ja…..

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 70 – Montag

Meiner mir Anvertrauten geht’s so halbwegs gut. Die üblichen Aus- und Nachwirkungen der Chemo etc. Leider…

Selbst, hab ich mit irgendwas zu kämpfen. Müde, schlapp, Gelenke tun weh, … aber alles harmlos.

Die Versorgung für diese Woche für meine Frau steht, sollte klappen und laufen!

Was sonst? Außendienst, 450 km weit weg von daheim, Donnerstag Abends heim, viel Arbeit,..

Mehr und spannender wird’s momentan generell nicht! Leider…

Wir leben! Aufwärtstrend erkennbar! Das baut auf!

Wie gesagt:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 69 – Schlechter Start in den Sonntag

Die Nacht auf Sonntag wurde von unseren Katzen dazu benutzt, uns zu zeigen, wer hier eigentlich das Sagen hat! Nervige kleine Fellhaufen, die mitten in der Nacht damit beginnen, auf den schlafenden Menschen herum zu traben, mit knisternden Plastikdingern zu spielen und einen Platz auf den Kopfpolstern fordern.

Nett wars nur für die Katzen.

Nummer eins – der alte Kater – schlief einfach wieder ein und gab Ruhe.
Nummer zwei – die agile Tussi – wurde um 2 Uhr dann aus dem Bett geschmissen (mehrfach)
Nummer drei – die lustige Kleine – pennte nach einer Ermahnung auch weiter.

Schlafen war dann für mich nicht mehr so ganz. Frauchen schlief erfolgreich und gut weiter. Wenigstens das!

Sonstiges Sonntagsprogramm:

Medizinische Versorgung der mir anvertrauten Ehefrau, Seelenpflege, kochen, Essen, Vorbereitung der kommenden Woche, ……

Anspannung, Streß, etc tunlichst vermeiden!

Kommende Woche:
Ich Außendienst bis Donnerstag spät Abend!
Frau: Allein daheim!
Bin gespannt, wie es funktioniert! Daß es funktioniert, bin ich mir sicher!
Bin ja realistischer Optimist!

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

Tag 68 – Haushaltsschaukeltag, Einkaufstour und netter Besuch

Ein kurzer terroristischer Anschlag auf mein Gemüt: Altpapier, Altglas, Katzenklo, Müll, Lebensmittel einkaufen, Apothekenbesuch, Wäsche waschen, Bett frisch beziehen,……

Danke. Genug.

Hin-, her-, zurück-, zusammenräumen….

Genug.

Meine mir Anvertraute startet den Herd, kocht ein gutes Süppchen. Essen.

Pause.

Nochmals eine Einkaufstour. Kurz und knapp, aber das Wichtigste ging zu Ende!! Kaffee und Klopapier! Prioritäten, die das Leben schreibt.

Dann noch ein Lichtblick: Netter Besuch von guten Freunden!

20:00 Köpfe ein Bier, beende den Tag! Mit Frau! Zuhause!

Alles ist gut! … kann so bleiben!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 66 – Kopfsachen und andere Exkremente

Der Aussendiensteinsatz ist für diese Woche beendet! Bin in den eigenen 4 Wänden angelangt. Sitze alleine da. Meine mir Anvertraute ist im Krankenhaus. Habe zwar mit ihr telefoniert, ein Besuch ging sich aber nicht mehr aus….

Vom Gespräch her, hab ich zwar das Gefühl, dass sie gut versorgt an der Chemo hängt, der Kopf produziert aber (wie in den letzten Wochen leider sehr oft) so seine Gedankenparaden – um nicht zu sagen, Schei…e!

Wie gehts ihr nach dieser Chemo? Gehts bergauf, gehts bergab, wie bekommen wir die Versorgung hin, klappts auch kommende Woche, wie wird dies, wie wird jenes???

Auf jedem einzelnen verblödeten Kilometer, den ich mit dem Auto von oder zu einem Kunden unterwegs bin, jede Stunde, die ich zum Denken habe, kommt mir diese Schei…e unter.

Warum kann ich nicht einfach – wie viele Andere – einfach nur das Gute und Einfache im Leben sehen? Warum mache ich mir ständig Sorgen um „unser“ Leben, um ihr Leben, um Alles.

Bin ich nicht der Mensch, der einfach auf alles schei…t und sich nicht denkt, oder ist es doch die Tatsache, dass ich diese Frau liebe?

Ich glaube inzwischen, daß beide Antworten richtig sind!

Mir ist es nicht egal was ist und was kommt UND ich liebe diese Frau!

Sollten Sie diesen Text bis hierher gelesen haben, danke ich für Ihre Mühe und Ihr Interesse an meinen Gefühlslagen….

Mein Motto bleibt übrigens:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 65 – Die Chemo läuft weiter

Die Blutwerte haben sich soweit verbessert, dass die Chemo weitergeführt werden kann.

Der Transport ins Krankenhaus hat auch geklappt.

Ich bin schon mal beruhigt!

Schlechte Nachricht: wir müssen ab sofort am Wochenende Spritzen verabreichen. Die Blutkörperchen spielen verrückt.

Für meine mir Anvertraute bedeutet das Eine kleine Belastung, für mich noch nicht. Erst die kommende Woche wird für mich zum Chaos! Ich Soll 4 Tage zu einem Kunden, der ca 500 km weg ist von zuhause…..

Ich grüble noch, wie ich das alles mache….

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 64 – Arbeit und Ablenkung in Bayern

Das Los eines Aussendienstlers hat wieder zugeschlagen. Arbeiten in der Ferne.

Na gut, nicht all zu weit entfernt, aber immerhin.

Frau allein daheim. Alles vorbereitet, soweit wie möglich geplant und gecheckt!

Der Transport ins Krankenhaus ist gesichert, die Versorgung heute auch. Bin beruhigt.

Und jetzt geht’s ab zum echt bayrische n Chinesen. Abendessen ist angesagt.

Wantan und Weißbier! Was sonst

Jetzt hoffen wir mal, dass es morgen mit der Behandlung der mir Anvertrauten weitergeht .

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 63 – Organisieren, planen, machen, tun,…

Montag, mein letzter Urlaubstag.
Ab zum Arzt, Medikamente besorgen, Transport ins Krankenhaus planen, Apotheke, kochen, die kommende Arbeitswoche planen und vorbereiten, helfen, rasten, essen, ….

Der Kopf ist voll. Wieder.
Klappt der morgige Tag? Klappt der Transport am Mittwoch ins Krankenhaus? Ich bin bis Donnerstag Abend nicht da. Kommt der geplante Besuch morgen Nachmittag?
Vielleich sind die Gedanken und Sorgen völlig übertrieben, aber sie sind da.

Was ist, wenn es wieder so ein Tag wie letzten Donnerstag wird? Da wars nicht gut.

Wird alles klappen? Ja, es wird, es muss!

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

…ich muss ja auch wieder arbeiten. Der „normale“ Alltag bzw der Arbeitsalltag muss sich ja auch wieder irgendwie einpendeln. Es hängen auch Exitenz und Co davon ab….

Tag 62 – Müdigkeit, Ruhe Faulheit,..

Die Herbststimmung, die letzten Tage, was auch immer.
Was auch immer es ist, die Müdigkeit hat heute zugeschlagen. Bei uns beiden!

Schlafen, gut essen, fernsehen, faulenzen,… Mehr nicht.

Das Zittern ist immer noch da. Mal mehr, mal weniger, aber es ist da.
Die Müfigkeit auch.
Sind es die Blutwerte, der Stress im Kopf? Keine Ahnung….

Der Alltag? Die nächsten Tage sind gesichert! Morgen hab ich noch Urlaub, Dienstag kommt Besuch aus der Familie, Mittwoch gehts ab ins Krankenhaus (per Krankentransport) Kein Tag alleine! Kein Tag ohne mögliche Hilfe! Wichtig
(auch für mich) Ich muss ab Dienstag (im Aussendienst) wieder bis mindestens Donnerstag Abend wieder arbeiten.

Aber, bei Allem was kommt und ist:

Die Hoffung stirbt zuletzt!