Tag 8

Stillstand.

Elendiger Stillstand.

Warten…..

Man sitzt am Krankenbett, bemerkt Veränderungen.
Veränderungen, die vor einigen Jahren bei meinem Vater auch so begannen.
Damals konnten wir/ich diese Vorzeichen noch nicht deuten. Heute weiß ich leider viel mehr über diese Art der Dinge.  Sie machen mir Angst!

Warum Stillstand?
„Die Patientin ist aktuell nicht stabil genug um weitere Schritte einleiten zu können“ erfuhr ich. Ich danke immer wieder für eine geradlinige Art und Ausdrucksweise von Ärzten. Ich finde es besser und leichter begreifbar, als sinnlos dahingewürgte Wortfetzen. Auch wenn dieser Geradlinigkeit weh tut.

Was kommt jetzt?
Diese Frage wurde mir beantwortet mit: „Warten auf die Stabilität und das Sinken einiger Werte, die noch zu hoch sind.

Noch hat meine mir Anvertraute die mentale Kraft, warten zu können.
Ich bewundere das!

Warten….. hoffen…. bangen…. die Angst verdrängen …. hoffen, hoffen, hoffen…

Aber:
Die Hoffnung stirbt zuletzt

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Tag 7

Die Verlegung in den nächsten Fachbereich konnte erfolgen. Meine mir Anvertraute war gesundheitlich stabil genug. Gutes Zeichen? Ja, irgendwie schon.

Aber!
Jetzt gehts wieder los mit den Untersuchungen… Jeder Fachbereich will etwas Anderes oder Besonderes sehen. Verständlich, wenn mans so nimmt, aber auch anstrengend…

Fragen, Fragen, immer wieder alles nochmals erklären, erzählen, berichten. Auch irgendwie belastend. Andererseits möchte keiner auch nur das Kleinste übersehen oder überhören. Man hilft mit wo man nur kann.

Das Krankenhauspersonal kommt sehr angenehm für Patient sowie dem Angehörigen rüber. Das beruhigt und gibt Kraft. Das Thema Hoffnung lasse ich jetzt mal lieber unerwähnt.

Morgen Früh gehts weiter mit dem Unteruchungsmarathon.

Obs Aufwärts geht, kann ich wirklich nicht sagen. Abwärts kommts mir zumindest (heute) nicht vor. (Mit solchen Aussagen muss man vorsichtig sein)

Ich hoffe nur, daß nicht der Krebs oder seine Ableger in der Zwischenzeit keine dramatischen Fortschritte machen. Hier zählt jeder Tag…

Als Überbringer der schlechten Nachricht, bin im Kreise der Familie und der Verwandten momentan ein heißbegehrter Mensch. Einerseits soll/kann ich alle auf dem Laufenden halten, andererseits bekomme ich Hilfsangebote aus allen Ecken und Enden.
Mich freut das sehr, obwohl ich Abends und in den momentan kurzen Nächten wirklich gerne mit mir und meinen Gedanken alleine bin. Vielleicht bin ich da etwas eigen, aber ich bin eben so…

Auch wenn ich es momentan immer wieder wiederhole:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

Tag 6

Was anfänglich mit einem sehr üblen Bauchgefühl (siehe Tag 5) begann – ich war schon am Vormittag im Krankenhaus – ging dann irgendwie der Sache entsprechend gut weiter.
Man darf hier aber nicht den Fehler machen und Gut mit Gut zu verwechseln.

Das eine Gut, wäre dieses, dass Alles wieder gut ist. Ist es natürlich nicht.
Das heutige Gut ist, dass es zumindest besser ist als es gestern war.

Das ist nicht viel, aber immerhin.

Weiters haben sich die Götter in Weiß nach erneuter Befundung darauf geeinigt, dass meine mit ehelich Anvertraute in einen anderen Bereich zur weiteren Behandlung verlegt werden soll.

Aktion Lebensrettung für die ersten Tage theoretisch abgeschlossen – Jetzt gehts erst richtig los….
„Soweit stabil“ ist offenbar für die Mediziner ein gutes Zeichen.

Angst habe ich immer noch – Angst haben wir beide immer noch

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

…. vielleicht kann ich heute mal wieder vernünftig schlafen….
Meine Wünsche werden klein

Tag 5

Tief, tiefer, ganz tief….
So oder so ähnlich könnte man den heutigen Stand der Dinge bezeichnen!

Gestern und Vorgestern gings meiner mir in Liebe Anvertrauten eigentlich, den Umständen entsprechend gut. Heute jedoch das absolute Tief.
Fieber, Kopfschmerzen, völlige Schlappheit, alles Blöde hat sich versammelt.

Die Ärzte starten nochmals das volle Programm. Vom erneuten Röntgen, Blutabzapferei ende nie, ein CT sowie eine Liquorpunktion… Die volle Show!

Ich hoffe nur, dass irgendwann jemand um die Ecke hüpft und brüllt!: War ja nur Spaß…

Angst! Pure Angst an allen Fronten!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 4

Die Erholungsphase geht voran. Langsam.

Der Kopf spielt momentan die größte Rolle! Einerseits soll er sich erholen, andererseits arbeitet er auf Hochtouren. Was ist, was kommt, wie wird der nächste Schritt, wie stehen die Chancen?
Die Frage: „Haben die dir Alles gesagt?“ kam bereits mehrfach.
Die Frage: „Haben sie dir etwas über die Chancen gesagt?“ auch…

Wir – eigentlich ist dieses wir ja falsch, aber ich will helfen, so gut es geht – haben noch einen langen, harten Weg vor uns.

Angst!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 3

Stillstand, Erholung, Kraft tanken,…
Die Gedanken haben dafür allerdings weniger Zeit zur Ruhe.
Was kommt, was wird werden, wie wird es werden?
Die ersten Schritte gehen in die Planungsphase.
Jetzt kommt die Zeit der Fragen und der Hoffnung.

Die Angst ist geblieben, teilt sich aber mit der Hoffnung den Platz

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 2

So eine Intensivstation erinnert irgendwie an „Raumschiff Enterprise“. Das volle Programm! Monitore, blinkende Anzeigen, es piept und flötet aus allen Ecken und Enden.
Eigentlich erschreckend, auf der anderen Seite jedoch sogar beruhigend.
All diejenigen, die auf einer solchen Station liegen, haben die vermutlich beste Überwachung und das beste Team an Ärzten und Pflegern, die man haben kann.

Stabil zu sein, ist auf der Intensivstation offenbar eines der wichtigsten Ziele. Gefolgt von Verbesserung und Heilung.

Die Angst bleibt!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!