Mit Weichzeichner durchs Leben? Verwischen oder pur nehmen?

Ach wie schön muss es doch sein, mit derart viel Weichzeichner im Kopf ausgestattet zu sein, wie so mancher Mensch. Gelegentlich hat man das Gefühl, diese Menschen, die in Allem nur das Gute, das Schöne und Weiche sehen, hätten Watte im Kopf.

Nicht die böse Form von Watte im Kopf! Nicht die, wo mehr Luft als Hirn im Kopf ist. Eher die Form, wo alles schön weich verpackt ist, sämtliche Erschütterungen, die das Leben so reinhaut, abfedert und geradezu abfängt. Weiterlesen „Mit Weichzeichner durchs Leben? Verwischen oder pur nehmen?“

Lebensabschnitte? Teilbereiche? Phasen? Der Versuch, ein Leben erklären zu wollen.

Abschnitte? Teilbereiche? Phasen?
Jeder dieser Begriffe klingt irgendwie unpassend, komisch oder sogar eigenartig, wenn man ihn für das eigene Leben nehmen will! Weiterlesen „Lebensabschnitte? Teilbereiche? Phasen? Der Versuch, ein Leben erklären zu wollen.“

Kinskis Art oder Tourette als Chance, das Leben zu ertragen?

Gelegentlich, nicht immer, aber gelegentlich, gibt es diese Momente, an denen man sich doch mal gern laut fluchend auf eine tote Materie stürzen möchte, sie zerbeulen, zerdeppern, zerschlagen oder einfach nur wutentbrannt zerstören möchte.
Einfach mal „in die Luft gehen“!

Menschen, Handlungen, Aussagen, Aktionen, Reaktionen, all dies sind doch immer mal wieder Dinge, die einen zun rumbrüllen verleiten (können).
Oder eine gewisse Form der Verzweiflung!

Darf man aber nicht! Der Anstand, die Erziehung und sonstiges verhindern dies!

Wenn man sich jetzt die schönen Seiten einer sehr schlimmen Erkrankung rauspicken könnte, welche würden Sie nehmen????

Trourette vielleicht?

Sie dürften ungestraft fluchen, jemanden eine „dumme Sau“ nennen, „fi…en“, oder „Ars…och“ brüllen, sich austoben und keiner dürfte sich beschweren.

Diverse dieser Aussagen kommen ihnen bekannt vor? Erinnert sie dies irgendwie an Klaus Kinski und seine schon berühmten, legendären Aussagen?

Tourette lag hier eher nicht vor, aber er hatte den Mut, die Unverfrorenheit, die gefallene Schamgrenze um all dies sagen zu können.

Ob es gut ist, nicht Grenzen überschreitet, beleidigend oder verstörend ist?

Natürlich! Aber gelegentlich wäre es doch schön! Oder?

 

Zusatz: Ich möchte hiermit keinem Touretteerkranktem zu nahe treten, diese Erkrankung als Witz, als harmlos oder als anderweitig lustig hinstellen.
Ich durfte nur vor einigen Wochen, eine gewisse Zeit neben einer Familie mit einem, an Tourette erkrankten, fast erwachsenen Jugendlichen verbringen.
Ohne mich auch nur ansatzweise beschwert zu haben, erhielt ich innerhalb kürzester Zeit sehr viele Entschuldigungen, die nicht notwendig waren.