Tag 52 – Slow down

… and relax!

Das Zittern belastet. Der Rollator wurde zum Freund erklärt.

Essen ist nicht so einfach. Es ist ein Muss.

Sommer, Sonne, Entspannung, Ruhe, Erholung.

Kurzfassung eines Tages

Die Hoffnung stirbt zuletzt !

Tag 51 – Wir leben

Nur für uns, nur für sie.

Einige Tage Luft. Es hilft! Keine Chemo, keine ….

Denken ja, aber in der Sonne, an der Luft. Atmen

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 50 – Langsamkeit

Sommer, Sonne, Langsamkeit.

Der Kopf hat Zeit sich zu erholen. Trotz vielen Gedanken und Gesprächen, kann die Rübe mal das Rundherum ausblenden.

Wie läuft’s sonst? Gute Frage!

Perfekt für uns, katastrophal für andere. Wir haben uns! Kämpfen jedoch gegen Appetitlosigkeit, medikamentenbedingter Übelkeit, leichten Schwindelanfällen, und so, aber wir haben uns, Sonne, Licht, Luft und Meer.

Der anfangs gehasste Rollator wurde zum guten, treuen Freund! Ohne ihn ginge nichts.

Es geht „uns“ gut!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 48 – Ein Bericht aus dem Erlebnisreich

4:30
Ich kann nicht mehr schlafen.
Das Gespräch mit meiner mir Anvertrauten vom Vorabend beschäftigt mich. Sehr.
Dicke Tränen flossen. Sehr dicke. Und viele.

4:55
Ich sitze am PC, gehe die Liste durch, die ich heute dringend noch erledigen muss, bevor wir vielleicht doch noch in den wohlverdienten Urlaub starten können.
Vergessen will ich nichts. Frau ist zwar geistig fit, körperlich kann sie mich allerdings nicht unterstützen. Gestern hab ich nich das Auto mit allen Dingen beladen, die man auch nur irgendwie brauchen könnte. Sogar Ersatzsonnenschirme, ein Sonnensegel und auch den (von ihr verdrängten) Rollator hab ich eingepackt.

5:15
Start der Kaffeemaschine.
Überlege und grüble immer noch an diversen Dingen rum. Schlaf? Unmöglich. Warte auf 6:00. Da sollte mich/uns der Wecker aus dem Bett treiben.

5:30
In Ruhe nachdenken. Kann nicht mehr schlafen.
Können wir wirklich starten? kommt noch etwas Unvorhergesehenes? Hab ich was vergessen? Was wird der Doktor sagen? Passen die Blutwerte, die er unbedingt noch ansehen soll? Hält Frau die Fahrt gut durch? Kann sie im Auto schlafen? Können wir Staus vermeiden.
Schlaf? Unmöglich!

6:00
Offizieller Start in den Tag. Frühstück fällt klein aus. Koffein, Nikotin, Spiegelei.

7:30
Ab zum Arzt. Kontrolle der Blutwerte. Warten auf Ergebnisse…..

8:15

Ergebnisse sind da. Blutwerte sind zwar nicht perfekt, aber besser als letzte Woche. Aussage vom Arzt: Auf geht’s, ab in den Urlaub. Macht euch einige schöne Tage! Das macht den Kopf frei!!!

9:00

Ab ins Auto!

16:00

Schwimmen im Meer!

19:00

Abendessen bei Sonnenuntergang

21:00

Gespräche über das Ist und die Zukunft!

22:00

Ein schöner Tag geht zu Ende

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 47 – Ich hasse sie abgrundtief!

Ich hasse sie! Abgrundtief! Die lästige Wanze, diese nervige, zerstörende, elende blöde Sau!

Das Leben mit ihr ist die Hölle.

Nichts klappt mehr so, wie man es sich wünscht, es sich erhofft oder man es möchten. Eine elendige Geschichte mit der miesen Ratte.
Jede auch nur erdenkliche Kleinigkeit wird zur Chalange. Nichts haut hin. Alles wird zum Drama.

Kein Alltag, kein normales Leben ist mit Ihr mehr möglich. Man arbeitet wie verrückt.
Macht sich für Geld und alles rundherum zum Affen, kämpft mit allen Mitteln gegen Windmühlen ums „gute Leben“, schafft sich sein kleines, feines Nest, baut sich eine Kleinigkeit auf, kämpft gegen den Nullstand am Konto, freut ich auf zb beschissene 2 Wochen Urlaub pro Jahr am Meer,… Nichts!

Sie zertört alles! Jede Kleinigkeit! Nicht nur das lustige Leben an sich, nein auch die Beziehung ist dran! Sie kämpft auch dagegen an!

Man zieht lange an einem Strang, kämpft gegen all die Scheisse, die einem das Leben in den Weg legt, umschifft alle Untiefen, lebt sein bescheidenes Leben so recht und schlecht, dann ist sie da!

Die Krebserkrankung in ihrer vollsten und blödesten Form! Ich hasse Sie abgrundtief!

Krebsarten gibts viele. Irgendeinen erwischt inzwischen ja schon jeder. Viele können damit lange ganz gut leben. Viele Jahrzente. Manche leider nicht.
Manche haben nicht nur einen saubösen Krebs erwischt, sondern auch gleich seine Metastasen, seine Diener. Diese Diener, auch Metastasen genannt, sind es, die einen Menchen verändern. Ihn lahm zu legen, ihn zu verändern, ihn zu jemandem anderen zu machen, der er eigentlich war.
Eine Behandlung ist laut Medizin und Alternativen immer möglich, meist aber nur bedingt erfolgreich. Der Mensch hängt an den Gedanken, der Behandlung und an den Auswirkungen.

Scheiße, verdammte Scheiße!

Die aktuellen Auswirkungen miterleben zu könne/müssen/dürfen, bestärkt mich zwar in der Tatsache, daß ich meine mir Anvertraute wirklich liebe. Das ist so und bleibt so.

Die, im Alltag bemerkbaren Auswirkungen sind es, die mich auch verändern.
Der Satz, den ich die letzten Wochen täglich geschrieben habe, gilt immer noch.
Auch wenns immer schwerer wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Warum dieser Text? Warum heute?
Ganz einfach! Ich (nein ich bin nicht egoistisch!) habe heute Geburtstag.
Wir mussten den Geburtstag meiner Frau, unseren 16ten Hochzeitstag und jetzt auch meinen Geburtstag und noch einige Dinge vom Kalender streichen! Wir haben alles aufs nächste Jahr verschoben! Ja, aufs nächte Jahr!

Tag 46 – Fragen stellt man nicht

Fragen zu stellen, kann anscheinend ein Fehler sein! Das musste ich heute lernen.

Wie meine mir Anvertraute denn die Sache mit dem Urlaub so sehen würde, hab ich gefragt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie es ihr gehen würde, ob sie sich zutrauen würde, für einige Tage nach Kroatien zu fahren…

Die Antwort war eher ernüchtern. Sie sei ja nicht schuld daran, krank geworden zu sein. Ich würde ihr scheibchenweise Vorwürfe machen….

DAS habe ich nie gemacht! Warum auch!

Die Psyche hat einiges auszuhalten….

Die Hoffnung stirbt zuletzt!