Tag 134 – 137 Eine weitere lange Woche geht zu Ende

Dienstag bis Freitag gings zäh dahin. Die tägliche Dosis an Cobalt-Strahlen. Täglich greift das Zeug wieder mehr und mehr den Körper an.

Schritt für Schritt, Tag für Tag wird es wieder schlimmer, die Schmerzen werden wieder stärker, der Körper wieder schwächer,…

Der Kopf bekommt auch seine Dosis ab. Aber an Unmut, an Verzweiflung, an Unwillen, an „Das ist so anstrengend, etc“.

Die blöde Frage „Wie gehts dir heute?“ darf und kann ich nicht mehr stellen. Es ist eine Frage, die einfach zu erklären ist: Beschissen, aber ich lebe.

Die Reaktion auf diese Frage, ist (verständlich) nicht gerade eine friedliche. Ich muss auch das lernen, akzeptieren und verstehen. Auch wenns weh tut.

Diese Krankheit tut weh! Nicht nur dem Betroffenen!

Aber, wie schon so oft, halte ich mich an dem folgenden Satz fest:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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Tag 133 – es geht weiter: Bestrahlungen

Heute, Montag, gings wieder los. Bestrahlung.

Der erste Tag dieser Woche ist überstanden. Die Nebenwirkungen halten sich (noch) in Grenzen.
Heutiges Zusatzprogramm:

Arztbesuch: Der Hausarzt darf einige Rezepte schreiben. Diverse Dinge anklären.
Apotheke: Medikamente nachfassen, Grüntee besorgen (ist angeblich magenschonend)
Drogeriemarkt: Babydrinks nachfassen.
…. dann rasten! Ganz wichtig! rasten….

Bei mir gehts morgen dann wieder zu einem Kunden. 3 Tage lang. Aber diese Woche hab ich mal den seltenen, riesigen Vorteil! Ich komme jeden Abend heim! Das ist etwas sehr Seltenes bei mir!

Dann lassen wir mal kommen, was kommt!

Denn:
Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 123 – 126 Die Nebenwirkungen schlagen voll zu. Ablenkung ist gefragt.

Die ersten Tage der Bestrahlung des Grundkrebses sind ja vorbei. Aber leider erst die ersten Tage.
Die Nebenwirkungen sind jetzt schon erschreckend massiv. Magenschmerzen, extreme Übelkeit, das essen schmerzt, die Speiseröhre brennt, alles verkrampft sich. An schlafen ist nur bedingt zu denken. Der Kopf spielt auch seine Rolle. Die Psyche schlägt Kapriolen.

Ablenkung muss her. Anscheinend hilft das.

Zusammenräumen, Aufräumen, alles ordnen…..

Einerseits ist es der Wunsch, die Wohnung auf Vordermann zu bringen, andererseits und somit eigentlich bedrückender, ist es, dass dies auch ein Ordnen, ein zusammenräumen der eigenen Sachen ist. Ein paratlegen aller Dinge und ordnen aller Angelegenheiten für den Fall der Fälle.

Es ist gut. Es ist gut, wenn man bedenkt, dass diese Tätigkeiten von den Nebenwirkungen ablenkt, von den Schmerzen, von den Kapriolen, die der Kopf schlägt.

Es ist gut. Es ist gut, wenn man bedenkt, dass diese Arbeiten eine Tätigkeiten die vorhandene Selbstständigkeit zeigen, das „nicht abhängig sein“, das „alles noch selbst regeln zu können“.

Es ist nicht gut. Es ist nicht gut, wenn man daneben steht, nur helfen kann, nur zusehen kann, nichts machen kann, nur blöd daneben stehen kann,…… Es tut weh, meine Frau zu sehen, wie sie Schmerzen hat, sich die Seele aus dem Leib kotzt und sich dazu auch noch versteckt um mich nicht damit zu belasten. Es ist unglaublich! Diese Stärke, mit der sie dasteht, alles verdrängt und sich ums Essen, die Wäsche und die Wohnung kümmert.

Es tut weh.  Ich habe Angst vor dem, was kommt. Egal was. Der Weg alleine ist schon schlimm genug.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 113 – Es wird weiter bestrahlt…

Diesmal sind es nicht die Metastasen im Kopf, die bestrahlt werden sollen, nein der Lungenkrebs ist das Ziel ab kommender Woche.

Der Primär ist der Ansicht, dass der Lungenkrebs zwar derzeit Ruhe gibt, aber bestrahlt werden sollte. Man will in Ausschalten!

Wie das werden wird, welche Nebenwirkungen zu erwarten sind, all das beschäftigt meine Frau und mich derzeit massiv.

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Es tut weh….

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 110 – 112 Ablenkung ist angesagt

Da niemand genau sagen kann, was das Gespräch mit dem Arzt am Montag bringen wird, hängt Vieles in der Luft.

Angst, Hoffnung, Verzweiflung,…

Ablenkung ist angesagt. Aus- Um – Hin- und Herräumen, sind die Alternativen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 109: Der Tag danach.

Donnerstag, der Tag 109 nach X.

Gestern die große Untersuchung, heute rattern die Gedanken. Denken, denken, denken….

Am Montag soll ja die nächste Entscheidung fallen. Weiter Bestrahlungen oder nicht.
Pause oder nicht.

Denken…..

Aber auch hier gilt!:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 108: Die wichtige Untersuchung! Wie gehts weiter? Was kommt?

Mittwoch, 7:30 im Krankenhaus,….
DIE Untersuchung ist angesetzt! „Restaging“ nennt sich das.

Eine Untersuchung darüber, was der Krebs so treibt, wie groß er ist, ob er geschrumpft ist, wie die Werte sind, und noch so einige Dinge!

Ein Marathon an Scans, Spritzen, Ampullen und Co wird gestartet und abgeschlossen.

Ergebnis?

Ja, wenn man das wüsste!
Einerseits ein sehr gutes Ergebnis! Der Krebs in der Lunge ist geschrumpft, hat sich aus Feigheit vor der Chemo zusammengezogen.
Andererseits ist es jedoch so, dass ein weiterer Chemo-Therapieblock aktuell nicht empfehlenswert ist, da es nach diesen 4 bisherigen Blöcken, ein Wunder zu sein scheint, dass es meiner Frau „so gut geht“! (wundere mich fast schon nicht mehr über diverse Formulierungen). Die Blutwerte sind nicht gut. Der Körper muss sich mal einige Zeit erholen!

Nächste Schritte?

Weiterhin jedes Wochenende 2 Spritzen um das Blutbild zu retten…

UND!
Kommende Woche ab zum Nuklearmedizin-Oberarzt. Der soll abklären, ob er mit den Ergebnissen der CT-Untersuchung zufrieden ist. Eine der Metastasen reagiert anders!!!
Nochmals Strahlentherapie oder nicht? Er muss es entscheiden.

Einerseits sieht es gut aus, andererseits macht mich das nervös!
Ich liebe meine Frau und möchte ………….
Was ich möchte ist nicht relevant! Sie ist wichtig!

Die Hoffnung, die ist es, die zuletzt stirbt!