Der „Mechanicus brutaliensis“ aus der Gattung der Heimwerker.

Spezielle Lebensformen dieser Gattung, scheint es vielfälltig zu geben.
Lapidar nach den verwendeten Materialien getrennt, kann man diese offenbar gut einsortieren.
Der Holzwurm, für Heimerker, die sich gerne mit Holz aller Art beschäftigen.
Der Funkenschuster, für kabeljonglierende Elektriker, und so weiter.

Sollte sich jedoch einer aus seinem branchenüblichen Bereich verirren, kann es durchaus zu lustigen, kuriosen oder auch abstrusen Szenen kommen. Weiterlesen „Der „Mechanicus brutaliensis“ aus der Gattung der Heimwerker.“

Werbeanzeigen

Der fahrzeugreparierende Maurer. Nächste Episode.

Nach letztmaligem, offenbar minimal erfolgreichem Versuch, den scheppernden Wagen zu reparieren, wurde nun auf die Version „regelmässige Wartungsversuche“ umgestellt.

Nicht der einmalige, sinnvolle Versuch den Wagen zu reparieren ist das Ziel. Nö!
Offenbar wurde auf die allseits bekannte Methode namens „Ich hau jeden Tag mal drauf, gebe ca 15 Minuten Vollgas und das wars“ umgestellt.

Der tägliche Vollgaskampf mit dem scheppernden Dieselkahn, scheint zwar nicht gerade von Erfolg gekrönt zu sein, löst aber offenbar irgendwelche inneren Verspannungen beim Besitzer und der Besitzerin der Karre.

Ob es bereits zu einem autoerotischen Erlebnis wurde, ist zu bezweifeln. Es scheint den Besitzern inzwischen aber zum Ritual geworden zu sein, sich allabendlich am Fahrzeug zu versammeln um dem Gott des Selbstzünders zu fröhnen.

Rituelle Tänze werden ausgeführt. Rein ins Auto, starten, vollgas geben, raus aus dem Auto, einmal rund ums Auto herum, rein ins Auto,  starten, vollgas geben, raus aus dem Auto, einmal rund ums Auto herum, rein ins Auto, starten, vollgas geben, raus aus dem Auto,  einmal rund ums Auto herum, rein ins Auto, und so weiter.

Dies dürfte den Göttern offenbar nicht gefallen. Sie treten die Versuche, die Karre repariert zu bekommen, offenbar mit Füßen,  bestrafen alles mit heftigen Regengüssen und Gewittern. Opfergaben sind offenbar auch angedacht.
Täglich nach den Versuchen, sich als Mechanikus zu verwirklichen, werden alkoholische Getränke in 500 ccm Größe vernichtet.
Dies scheint den Göttern zwar völlig egal, dem Besitzerpaar aber offenbar die nötige Ruhe zu geben, sich dem lärmenden Wagen hinzugeben.

Irgendwie scheint es so, als hätte ich den Begriff „autoerotische Handlung“ bisher völlig falsch interpretiert zu haben.

Sollten Sie mich heute Abend vermissen, finden Sie mich in meiner Garage vor. Mit 500 ccm Bier bewaffnet, meinen Diesel streichelnd und auf die göttliche Erlösung wartend! Ich teste das jetzt auch mal durch!
Amen, und immer genug Gummi unter den Reifen.

Rasende Rollatoren auf dem „Highway to Hell“

Diese Woche. Abends im Restaurant.
Am Nebentisch einige sehr rüstige Rentner, sportlich gekleidet, junggeblieben, top drauf.

Einer aus der Truppe erzählt von einem Freund, der aktuell ziemlich schlecht auf den Beinen sei, da er ein neues Hüftgelenkt bekommen hätte. Das mit den Krücken würde nicht so klappen, also hätte er als Gehhilfe einen Rollator bekommen.

Im Gespräch, hat sich in dieser Rentnerbande die Sache zum humoristischen Salto hochgehschaukelt. einen dummen Spruch nach dem anderen, eine Spitzfindigkeit folgte der nächsten. Bis es zu folgender Idee kam: Weiterlesen „Rasende Rollatoren auf dem „Highway to Hell““

Almhütten und rosa Elefanten

11:00 Vormittags, nicht alkoholisiert wohlgemerkt, auf der Autobahn unterwegs. Nicht zu schnell, alles im legalen Rahmen. Leicht in diverse Gedanken vertieft, setzt vor mir ein Lkw zum Überholen an.

Kurzer Anflug von „na geh, muss das jetzt sein“, bis mir bewusst wurde, dass ich nun eine bunte, kitschige Almhütte vor mir habe, der ich nun einige Kilometer folgen darf.

Neben mir, auf dem Lkw der gerade überholt wird, taucht ein riesiger rosa Elefant auf, der neben fahrbaren Baumstämmen festgebunden wurde.

Ein bunter Stern, der davor montiert war, verdeckte diverse Teile eine Drachen.

Irgendwie fürchte ich mich vor dem Rest des Tages. Hab’s Vormittags schon mit rosa Elefanten, Drachen und so zu tun.

Mal sehen, was der Tag noch so bringt…

Hotel / Rezeption – Wie im Zoo!

Sollten Sie jemals die Chance haben, in einem Hotel die Rezeption und / oder den Frühstücksraum  über eine gewisse Zeit beobachten zu können, nutzen Sie diese!
Sie werden mit etwas Glück, die wunderbarsten Dinge erleben.

An einem einzigen Tag, gegen 8:00 Morgens, hatte ich die Chance, mehrere Besonderheiten erleben zu dürfen.

Gast Nr.1:
Der voll motivierte Vertreter (oder wie man jetzt sagt: Key-Account-Manager).
Der gute Mann konnte es, trotz mehrerer Personen, die auf das Auschecken warteten, nicht lassen, die Rezeptionistin über die Vorzüge der Schließbleche, die er anscheinend vertreibt, zu informieren. Langatmig und ausführlich noch dazu.
Gast Nr.2:
Der Topmanager aus dem asiatischen Raum.
Dieser hatte offenbar das erste Mal im Leben mit einem Kreditkartenterminal zu tun. Die Eingabe eines Pincodes, war offenbar derart fremd für ihn, dass er eine Denkpause von mehreren Minuten einlegen musste. Die Zwangspause der anderen Hotelgäste wurde immer länger und länger.

Gast Nr.3:
Der leicht verwirrte, deutsche Urlauber, samt dominanter Ehefrau.
Dank beiger, knielanger Hose, Sandalen mit ebenso furchterregend beiger Socken, einem T-Shirt-ähnlichen Oberteil in optisch nicht sehr ansprechender Farbe, konnte man den Herrn bereits ohne Probleme als typisch deutschen Touristen einstufen oder klassifizieren.
Die Ehefrau oder Domina des Herren zeichnete sich ebenfalls durch eine sportlich, beige Bekleidung aus, die auf ein vorzeitiges Absterben jeglicher Farbe im Leben hinwies. Frei nach dem Motto: Ab 40 trägt man nur noch gedeckte Beigetöne. Man beginnt ja optisch bereits zu sterben.
Ihr dominantes Verhalten, gepaart mit der druckvollen Ausgabe von Kommandos gegenüber ihres Ehemannes, deutete auf ein eingefleischtes Rollenspiel hin. Sie gibt die Befehle, der leicht überforderte Ehemann hat diese zu befolgen. Über die Auswirkungen wollte ich mir um diese Uhrzeit noch keine Gedanken machen. Auch jetzt, einige Zeit nachher, graut mir vor dem Gedanken, wie dieser Devotling die Konsequenzen eines Fehlverhaltens am Frühstücksbuffet zu spüren bekommen hat.
Die Kreditkarte hatte natürlich Mutti in der Tasche! Das Begleichen der Zimmerrechnung übernahm sie ebenfalls. Die Koffer waren dann wieder die Aufgabe vom devoten Vati, der brav hinterherdackelte. Schöne Reise noch!
Gast Nr.4:
Der Angestellte, der offenbar sehr selten seinen Firmensitz verlassen darf.
Auch dieser Typ Hotelgast kommt immer wieder vor. Das erste Mal an die Front geschickt, unerfahren in Sachen Hotel, unerfahren im Kampf um die weichgekochten Eier, den Frühstückskaffee und die besten Brötchen, hat er gegen die Übermacht an Erfahrung der Key-Account-Top-Management-Consulting-Gurus und den Außendienst-Kollegen der tatsächlich noch arbeitenden Klasse, keine Chance.
Geradezu verloren kämpft er sich durch den Frühstücksraum, ergattert einige Stücke fürs Tellerchen und kämpft sich anschließend ganz schüchtern zur Rezeption um sein hart kalkuliertes Reisebudget zu minimieren. Kein Fläschchen Wasser, kein Päckchen Erdnüssen, nichts davon darf die Reisekostenabrechnung belasten. Er würde ja sonst von Controller des Arbeitgebers gesteinigt, geteert und/oder gefedert werden.

Sie sehen, die Welt besteht aus immer den gleichen bunten Tierchen. Einerseits kann man diese im Zoo bewundern, andererseits auch an Orten und zu Zeiten, an die niemand glauben würde.

R5 GTL – meine Nummer 1

Seit dem ich den Artikel vom Herrn Kofler „Herr Kofler und sein erstes Auto“ gelesen habe, geht mir mein erstes Auto und unsere gemeinsame Zeit nicht mehr aus dem Kopf.

Führerscheinkurs, während dessen bereits ein Auto suchen, finden, kaufen, die Prüfung erfolgreich ablegen, am nächsten Tag mit satten 60.000 Schilling (für junge Leser: ehemalige österreichische Währung) in der Tasche ab ins Autohaus um den flotten Flitzer abzuholen. Das war der Anfang unserer gemeinsamen Zeit.

Da stand er! Mein Renault 5 GTL!

Wir triebens dann bunt miteinander!
Mit vollem Speed – laut Tacho satte 165 – ging die ersten Male über die Autobahn! Ich war der King! Ein Radio, dessen Leistung fast schon die des Autos überstieg, gab mir akustische den Rest. Der Sound des Autos hielt sich ja in Grenzen.

Das Thema Fahrzeugdesign wurde nach dem ersten kleinen Ausrutscher auf Schneematsch in Angriff genommen. Die ursprüngliche Stoßstange hatte sich in einer Hecke in viele kleine Einzelteile aufgelöst. Eine neue Vorderlippe musste her. Nicht exotisches, aber eben eine Neue.

Alufelgen! Ja das wäre schön gewesen!
Das Träumen hatte ein Ende, als ich erfuhr, dass eine Dame die Originalfelgen eines R5 Turbos verkaufte. Ich landete den Treffer! Einige Hunderter (Schilling) ärmer, war er gestylt. Mein R5 GTL.

Eine selbstgebaute Fußraumbeleuchtung machte den Innenraum zum Hingucker, dritte Bremsleuchten aus verchromten Nebelschlussleuchten (auf der Hutablage montiert, machten mich zum Tuning-King! So nen Schei.. hatte damals keiner!

Per Spaß nach Wien, nach Italien, nach Deutschland, durch halb Österreich, etc. Jeder nur erdenkliche Weg wurde unter die Räder genommen. Jedes auch noch so schmutzige oder lustige Erlebnis teilten wir miteinander. Sogar das erste erotische Rücksitzbank-Gefecht wurde in diesem Flitzer ausgef….!

Viele viele Kilometer rollten wir gemeinsam über die Straßen, bis ich einen möglichen Nachfolger sah und meinen R5 zurück zum Händler stellte! Ich tauschte meine kleine Renndose gegen einen Renault 11 Turbo!
Aber das ist eine andere Geschichte.