Tag 70 – Montag

Meiner mir Anvertrauten geht’s so halbwegs gut. Die üblichen Aus- und Nachwirkungen der Chemo etc. Leider…

Selbst, hab ich mit irgendwas zu kämpfen. Müde, schlapp, Gelenke tun weh, … aber alles harmlos.

Die Versorgung für diese Woche für meine Frau steht, sollte klappen und laufen!

Was sonst? Außendienst, 450 km weit weg von daheim, Donnerstag Abends heim, viel Arbeit,..

Mehr und spannender wird’s momentan generell nicht! Leider…

Wir leben! Aufwärtstrend erkennbar! Das baut auf!

Wie gesagt:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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Tag 14 – abgelenkt aber gut informiert

Abgelenkt durch wirklich viel Arbeit, vergeht der Tag sehr schnell. Abends jedoch, ist das dringende Bedürfnis, bei meiner Frau zu sein wieder sehr groß.

Es ist mir bewusst, dass ich nicht helfen kann, aber trotzdem. Es ist schwer. Ich hoffe für sie nicht so sehr.

Die Behandlung hat begonnen. Ich möchte sie unterstützen, so wie sie es schon so oft für mich getan hat. Aber es geht noch nicht.

Die Familie hält mich auf dem Laufenden. Dafür bin ich allen sehr dankbar. Sie können auch nur unterstützen, in diesem unwichtigen Bereich, eben mich.

Ich habe Angst. Aber das liest man sicher schon zwischen den Zeilen.

Hoffnung hab ich noch.

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 13 – Infos aus dem Krankenhaus

Der erste Arbeitstag nach meiner Zwangsarbeitspause beruhigt mich nicht wirklich.
Ich sitze dienstlich ca 300km weit von meiner Frau entfernt bei einem Kunden fest. Es muss sein. Unangenehmes Gefühl kann ich nur sagen.
Ändern, beschleunigen, verbessern etc, kann ich nichts, aber es ist trotzdem ein ungütes Gefühl, nicht in Ihrer Nähe sein zu können.

Aber!
Die Familie (zumindest die meisten davon) helfen wo sie nur können. Die Besuche sind so geplant, dass sie keinen Tag alleine und ohne familiäre Unterstützung im Krankenhaus festhängt. Ich fände es schrecklich, wenn ich wüsste, dass sich keiner kümmert! Auch wenns nur eine halbe Stunde am Tag ist, die sie momentan durchhält.

Da sein! Ich finde es einfach wichtig und richtig…..

Stabil und „gut drauf“, sind heute die Kurzform der Nachrichten, die ich erhalten habe.
(Ich möchte ja wissen was los ist)

Morgen dann die erste Bestrahlung, vielleicht auch die erste Chemo. Das hängt alles davon ab, wie gut sie das alles verträgt und verkraftet. Angst! Ich hab Angst um sie!

Ich hänge hier herum, ärgere mich über Kunden, sinnlose Verzögerungen, ausgeschaltete Server und lahme Internetanbindungen…. Nicht gut….
Aber eigentlich im Gegensatz dazu, was bei meiner Frau (und vielen Anderen) so alles abläuft, eigentlich völlig unwichtig.

Ich hoffe! Ich hoffe! Ich hoffe!

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 11

Die Angst ist immer noch groß.
Jetzt beginnt offenbar die Verzweiflung und die Angst vor immer schlechteren Nachrichten bei meiner Frau zu wachsen.
Morgen, die langen Tage der zwangsweisen Ruhepause ist vorbei, sollen die ersten Untersuchungen zum Thema Krebsbehandlung starten, besser gesagt, weitergehen.

Was kommt, was ist bereits bekannt? Kommt noch mehr, Wird es noch schlimmer als es jetzt schon ist?

Aufgeben?

Mir gegenüber ist sie (fast) die Starke. Ich habe sogar seit 2-3 Tagen das Gefühl, dass sie mich beruhigen und sogar in dieser Situation noch unterstützen möchte. Unglaublich.
Ich habs gefühlt, nicht gefragt, und doch gewusst.
Heute hat sich meine Vermutung bestätigt. Meiner Schwägerin hat sie dann offen gebeichtet, was ich eben schon vermutet habe: Sie denkt ans aufgeben!

Einfach heimgehen, die Zelte im Krankenhaus abbrechen, einfach heimgehen….
…. und keine Krebsbehandlung mit Chemo und/oder Bestrahlung machen…
Aufhören, heimgehen und daheim auf das Unvermeidliche warten…

Aufhören, abbrechen, aufgeben, heimgehen um zu sterben?
Kampflos? Es nicht mal versuchen?

Ich wusste nicht, dass man in der schlechtbeleuchteten Tiefgarage eines Krankenhauses so ungestört heulen kann! Jetzt schon!

Die kommenden Tage werden für mich zur Doppelbelastung. Einerseits möchte, will und kann ich meine Frau einfach nicht alleine im Krankenhaus liegen lassen – in diesem Moment schon garnicht – andererseits muss ich für 3 Tage ca. 300km weit weg bei einem Kunden arbeiten. Es geht nicht anders.
Hier greift mir – seih es allen jetzt schon gedankt – der engste Kreis der Familie unter die Arme. Brüder, Schwägerin, Mum, Schwager, alle helfen mit, ihr die langen Tage im Krankenhaus zu erleichtern (und mich auf dem Laufenden zu halten).

Ein Hoch wird von einem Tief gejagt, das wiederum wird von einem Hoch gejagt…. usw.

Ich hoffe nur, dass der Krebs nicht gewinnt.

Aber! Noch hänge ich an dieser Aussage:
Die Hoffnung stirbt zuletzt!