Tag 14 – abgelenkt aber gut informiert

Abgelenkt durch wirklich viel Arbeit, vergeht der Tag sehr schnell. Abends jedoch, ist das dringende Bedürfnis, bei meiner Frau zu sein wieder sehr groß.

Es ist mir bewusst, dass ich nicht helfen kann, aber trotzdem. Es ist schwer. Ich hoffe für sie nicht so sehr.

Die Behandlung hat begonnen. Ich möchte sie unterstützen, so wie sie es schon so oft für mich getan hat. Aber es geht noch nicht.

Die Familie hält mich auf dem Laufenden. Dafür bin ich allen sehr dankbar. Sie können auch nur unterstützen, in diesem unwichtigen Bereich, eben mich.

Ich habe Angst. Aber das liest man sicher schon zwischen den Zeilen.

Hoffnung hab ich noch.

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 10

Weiterhin Stillstand…

Warten…

Mitansehen, wie sich meine mir Anvertraute bemühen muss, sich zu konzentrieren…
Mitansehen, wie schwer es ist, eine halbe Stunde fit genug zu bleiben, um sich etwas zu unterhalten…

Einen kleinen Wunsch erfüllen zu können, war für mich heute ein gutes Gefühl! Ein Stück Kuchen… Sie möchte so gerne ein Stück Fruchtkuchen, Nur ein kleines Stück.
Schnell ab ins Buffet, das gewünschte Teilchen ge…….
Moment!!! Da stimmt doch etwas nicht!!!!!
Meine Frau hat es doch tatsächlich geschafft, mir die notwendige Zwangspause, die sie in den letzten Tagen immer bei Besuchen machen musste, als „hol mir bitte ein Stück Kuchen-Pause“ zu verkaufen. Ich habs verstanden, mir etwas mehr Zeit gelassen, noch einen Kaffee mitgenommen und dann erst zurück ins Zimmer.

Der Moment, jemandem mit einer Kleinigkeit wie dieser, einen Wunsch erfüllen zu können, erscheint Vielen vielleicht jetzt als lächerlich, mir im Moment allerdings nicht!
Man kann sonst Nichts machen. Genau Nichts!

Auch die Tatsache, dass sie das Stück Kuchen nicht alleine essen konnte, war anfangs für mich erschreckend! (die Hände zittern zu stark) Als ich aber bemerkt habe, dass es das Einzige ist, mit dem ich ihr im Moment helfen und sie unterstützen kann, musste ich stark gegen den Drang loszuheulen ankämpfen.
(Soviel zur Frage vom Tag 9: Stärke)

Angst davor, den Partner eventuell zu verlieren, tut weh! Richtig weh.

Aber, wie schon mehrfach erwähnt! Der Satz, der jetzt kommen muss:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!