Tag 120 – Nuklearer Kampf gegen den Krebs! Leben ist das Ziel!

Ziele sind wichtig! Sie sind gesetzt!

Weihnachten, der Frühling, der Sommer, 10 Jahre,…… All das sind gesetzte Ziele!
Sie wurden gesetzt! So ist es! Sie sind wichtig!

Der nächste Schritt, diese Ziele zu erreichen, wurde heute, Montag, der 120te Tag nach Bekanntwerden der Diagnose, eingeleitet.

Nach vorherigen Untersuchungen und Erstellung von neuen, aktuellen Befunden, geht es an die Bestrahlung der Krebszellen in der Lunge.

Die chemotherapeutische Behandlung muss erst mal Pause machen, die Blutwerte sind nicht gut genug. Die weitere Bestrahlung der verbliebenen Metastasen im Kopf, muss auch Pause machen. Jetzt gehts eben an den Grundkrebs.

Ärzte, die Klartext reden, sind für Viele ja ein Gräuel, für meine mir Anvertraute und mich, sind diese, im Klartext gesprochenen Worte allerdings besser, als sinnlose Worthülsen und Geschwafel…

Auch bei den Nebenwirkungen.

Ich, als nicht selbst (ich hoffe, dass dies so bleiben wird) Betroffener, sehe das sicherlich alles anders. Mir ist nicht dauernd zum Kotzen, ich fühle mich nicht dauernd schwindelig, mir fallen nicht krankheitsbedingt die Haare aus, habe keine Probleme mich zu bücken und zu strecken, habe keine Angst vor der einen Treppe im Haus etc, aber ich sehe und spüre es.

Wie werden sie diesmal werden? Die Nebenwirkungen. Die Übelkeit. Die eventuell auftretenden Verbrennungen der Haut oder des Gewebes. Die Schwindelgefühle, die….
All das, was kommen wird oder kann. Wie wird es?

Keine Ahnung! Diese Frage kann niemand beantworten.

Ich habe Angst! Ich habe Angst um sie! Ich liebe sie!

Die Sache, der Strohhalm, an den ich mich aktuell klammern kann, ist die Hoffnung!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

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Tag 114 – 119 Ordnung, Aufräumen, Mensch sein, Mensch bleiben

Mensch zu sein, Mensch zu bleiben, stand in diesen Tagen ganz oben auf der Prioritätenliste meiner Frau.

Die Krankheit ist da, lässt sich nicht verdrängen, hoffentlich stoppen, besiegen, aber sie ist leider da. Die Krankheit beeinträchtigt den Alltag. Ihren natürlich viel viel stärker als meinen. Ist sie es ja, die ständig die Frage nach dem Überleben im Hinterkopf hat.

Mich, als mehr oder weniger hilflos daneben stehenden Partner belastet die Tatsache, wirklich machtlos zu sein, am meisten. Nebenbei auch noch die Termine bei den Kunden. Diese Woche war es ein 2Tage-Termin am äussersten Eck von Deutschland. 2x ca. 7 Stunden Fahrt. 1 Tag hin, 2 Tage dort, 1 Tag zurück. Im Normalfall kein Problem, aber in einer solchen Situation wird dies zur inneren Zerreißprobe.
Klappt alles daheim? Braucht sie Hilfe? Was ist, wenn ja? …. Kopfsache….

Die Tage meiner Frau, verliefen offenbar besser ab, als meine.

Sie, als sehr starke Frau, lässt sich nicht unterkriegen, will sich ihre Selbständigkeit, ihr Leben, ihr Sein, nicht aus den Händen nehmen. Sie schafft es.

Ordnung schaffen, aufräumen, ausmisten, Mensch bleiben, das war die letzten Tage ihr gesetztes Ziel

Und Ja, sie hat es gemeistert. Alleine, auch ohne mich!

Meine Angst, es könnte etwas passieren, war unbegründet.

Die Kästen auszumisten, Klamotten auszusortieren, Dokumente zu sortieren, zu ordnen, diverse Dokumente bereitzulegen, den Haushalt zu schaukeln, die Katzen zu versorgen, all das war ihr Ziel, das sie auch geschafft hat.

Mit kleinen Schritten, vielen kleinen und größeren Pausen, aber sie hat ihr Ziel erreicht.
Ihr Ziel, ein Mensch zu bleiben. Selbstständig, eigenständig und Mensch zu sein. Auch und trotz der Krankheit.

Ich bin stolz auf meine mir Anvertraute. Ich liebe sie.

Die Hoffnung stirbt zuletzt