Vom Ehemann zum Pfleger? Wege die man nicht beschreiten sollte!

Dieser Blogeintrag sollte sich auf keinen Fall anhören, als würde ihn ein gelernter Psychoonkel, ein Krankenpfleger, Mediziner oder eine sonstige Fachkraft geschrieben haben. Ich möchte nur (auch mich selbst) darauf hinweisen, dass man immer noch Ehemann, Anvertraute, Ehefrau und/oder Partner eines Erkrankten ist.

Irgendwann, ganz langsam, aber sicher, schleicht es sich ein, dass man einige rollen übernimmt.
Es beginnt mit Hilfestellungen ganz einfacher Art, macht dann irgendwann Dinge, die bisher immer der Partner gemacht hat. Hilft natürlich im Haushalt, macht dies, macht jenes. Man geht auf einmal alleine Einkaufen, kocht dann, versucht die Wohnung in Schuss zu halten, macht eben dies und eben jenes.

Ist ja alles kein Problem! Sollte man ja auch machen! Man verfrisst ja auch einen gewissen Anteil am Eingekauften, Verursacht genauso Mist und Staub in der Wohnung etc! Das alte Machogehabe ist so und so schon lange überholt. Hatte ich auch so noch nie.

Aber!
Irgendwann wirds dann mal soweit, dass man die Pillen vorsortieren sollte, Spritzen verabreichen muss, beleidigte Körperstellen verbinden soll, Verbandsmaterial auffüllen muss, etc. Irgendwann passiert auch mal ein kleines Unglück. Na ja, Augen und Nase zu, aufgehts.
Man gerät sehr schnell in eine Schiene, die irgendwie an eine pflegende Hilfskraft erinnert. Mit einem kleinen Unterschied!
Man ist keine pflegende Hilfskraft! Man ist Ehemann, Partner, Anvertraute(r) was auch immer! Man liebt diesen Menschen, ist aber kein Pfleger, keine Krankenschwester.

Irgendwann erwischt sich offenbar jeder mal dabei, sich eher als Pfleger anzuhören, als als Partner(in).

Mir wurde es bewusst, als ich meine Frau irgendwann aus dem Krankenhaus abgeholt und nachhause gebracht habe.
Ich brachte Sie heim, in die Wohnung, half hier, half da, sortierte Wäsche aus, brachte sie zur Couch, versorgte sie mit allem möglichen, schmiss die Waschmaschine an, las den Arztbrief, cremte ihre blauen Flecken ein, legte Pillen parat, zack zack zack zack…..
Irgendwann bemerkte ich für mich selbst, dass ich nur mehr völlig systematisch vorging. Dass es sich hier um meine mir Anvertraute handelt, die ich da so „versorge“ ging irgendwie unter.
Ich ertappte mich selbst dabei, in eine Art „maschinelle Abarbeitung  allfälliger Tätigkeiten“ zu verfallen.
Der Mensch, der mir so viel bedeutet, war in den Hintergrund gerutscht, ich handelte nur mehr alles ab, was rumstand oder (in diesem Fall) auf der Couch lag.

Ich stoppte mich selbst, trat mal einen Schritt zur Seite, holte tief Luft und begann mich wieder um den Menschen zu kümmern. Ich hoffe, gut genug…..

Denn eins ist sicher, diesen Weg möchte ich nicht wieder beschreiten….

Tag 485 -488 Die eigene, kleine Welt. Vieles dreht sich um.

Ein ruhiges Wochenende liegt hinter uns. Die Sonne zeigte sich zwar, es war jedoch nicht so besonders warm. Dazu ging irgendwie ständig der Wind. Weiterlesen „Tag 485 -488 Die eigene, kleine Welt. Vieles dreht sich um.“