Tag 60 – Auf- und Umschwung! Positives!

Auf einen miesen Start folgte eine dezent positive Veränderung!

Das Ergebnis der MRT- Untersuchung ist da! Die Metastasen sind deutlich erkennbar geschrumft, wurden zusammengegrillt, zerbruzzelt oder wie man das auch immer nennen mag.
Das Zittern allerdings, ist immer noch gegenwärtig! Dazu wurden dann weitere Unteruchungen angestellt, deren Ergebnis von einem Spezialisten einer Uniklinik bestätigt wurde: Es hat nichts mit Krebs, Metastasen und Co zu tun! „Nur“ mit völliger, geistiger Überlastung.
Ein Weg, das zu bekämpfen, wurde bereit gefunden!

Es läuft! Der Kopf kann sich erholen! Sich beruhigen! Die Zukunft sieht wieder rosiger aus! Es kommt noch genug, aber es sieht mal etwas besser aus!

Was wurde mit der Überleitungspflege?
Die haben ganze Arbeit geleistet! Viele Tipps, viele Ideen, viele Möglichkeiten wurden aufgezeigt. Den Weg muss jetzt meine mir Anvertraute einschlagen! Wenn Sie den Alltag meistern kann, sich das Zittern wirklich beruhigen lässt, sieht es wirklich gut aus!

Der Weg geht weiter! Kommene Woche z.B. mit der nächsten Chemo. Bis dahin müssten sich die Blutwerte erholt haben!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Dieser Satz bleibt!

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Tag 58,5 – Schlechte Werte, keine Chemo

Wie sich im Laufe der heutigen Untersuchungen herausgestellt hat, sind die Blutwerte derart schlecht, dass die Chemo aktuell nicht durchgeführt werden kann!

Blutkonserven und Medikamente stehen am Programm.

Sollte sich nicht schnell etwas verbessern, ist eine Woche Krankenhaus vorprogrammiert.

Es sieht schei…e aus! Aber sowas von schei…e

 

Aber:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 58 – Die Nerven und die Zwickmühle

Heut war es das erste Mal soweit. Leider.
Während der Anfahrt zum Krankenhaus kam die, schon fast übliche Ansage meiner mir Anvertrauten: Bitte jetzt hier rechts ran zur Tankstelle. Ich muss mal dringend.

Da gings dann leider mit mir durch! Ich hab sie angebrüllt, warum sie denn das nicht 20 Meter vor der Abfahrt sagen könne, es wäre jetzt auf der Kreuzung zu spät zum Abbiegen, sie solle das doch bitte 20 Meter vor der Kreuzung sagen, nicht auf der Kreuzung, all so ein Mist… Ich bin regelrecht geplatzt!.
300 Meter weiter, Blinker links, abgebogen, umgedreht, hin zur Tankstelle, Frau raus, 10 Minuten später gings weiter.

Mir war zum kotzen zumute. Ich erledige momentan alles, kümmere mich um jeden Mist, nehme ihr alles ab, was nur geht, …. Und platze wegen dem Blödsinn?????

Ja, es ist so passiert……

Kurz nach dieser Akion hab ich mich wieder gefangen, mal kurz das Hirn durchgelüftet und mich wieder auf die wichtigen Dinge konzentriert. Glaube ich zumindest.

Die Überleitungspflege des Krankenhauses.

Die wurde von den Ärzten engagiert bzw eingeteilt, sich die ganze Sache mal in Ruhe anzusehen und ein Statement abzugeben.

Freitag ist es so weit!

Bis dahin haben die sich einiges überlegt, die Überleitungspflege kann sich orientieren, und mit dem Thema Hilfe im Alltag langsam an meine Frau herangehen.
…oder auch an mich…

Ist ein Scheissgefühl! Ich stehe für mich selbst in der Zwickmühle!

Ich möchte meine Frau nicht überrumpeln (lassen), sie nicht mit diesen Themen belasten, ihr helfen, sie nicht degradieren, nicht dastehen als wäre sie eine Belastung.
Aber nicht sie selbst ist die Belastung, sondern diese besch….ene Krankheit.

Ich hoffe immer noch! Wirklich! Auch wenns teilweise schwer ist…

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 55,5 – einer der schönsten Urlaube!

Intensiver, berührender, näher, privater, was weiß ich noch alles, kann ein Urlaub fern von allem nicht sein, als der den wir die letzten Tage hatten.

Der Kampf um den Urlaub, der Kampf gegen die kleinen Dinge des Lebens während des Urlaubs, all das macht es zu einer großen Erfahren für mich, für die ich mich jetzt schon bei meiner Frau bedanken muss!

Mich der alltägliche Mist, nein die kleinen Besonderheiten machen es aus.

Miteinander zusammen sein! Das ist es! Nicht das Bla bla! Nein der echte Mist, den das Leben schreibt!

…. wurde mir übrigens auch heute bewusst, nachdem sie sich für die 20 Jahre bedankt hat, dir wir heute zusammen sind! …Ich war kurz sprachlos, als sie mich an de Jahrestag erinnert hat….

Danke!

Wie schon mehrfach erwähnt…

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 53 – Abends am Strand

Gestern Abend.

Meine mir Anvertraute schläft bereits, ich sitze allein am Strand.

Allein, bewache ihre Nachtruhe.

Denke nach. Viel.

Unser Jahrestag rückt näher. 20 Jahre Beziehungen. Mal hoch , mal tief, aber mit Liebe.

20 Jahre fix. Vorher kennenlernen. Verschossen.

Denken, danken, Stichworte,.

Leben! Zusammen!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 47 – Ich hasse sie abgrundtief!

Ich hasse sie! Abgrundtief! Die lästige Wanze, diese nervige, zerstörende, elende blöde Sau!

Das Leben mit ihr ist die Hölle.

Nichts klappt mehr so, wie man es sich wünscht, es sich erhofft oder man es möchten. Eine elendige Geschichte mit der miesen Ratte.
Jede auch nur erdenkliche Kleinigkeit wird zur Chalange. Nichts haut hin. Alles wird zum Drama.

Kein Alltag, kein normales Leben ist mit Ihr mehr möglich. Man arbeitet wie verrückt.
Macht sich für Geld und alles rundherum zum Affen, kämpft mit allen Mitteln gegen Windmühlen ums „gute Leben“, schafft sich sein kleines, feines Nest, baut sich eine Kleinigkeit auf, kämpft gegen den Nullstand am Konto, freut ich auf zb beschissene 2 Wochen Urlaub pro Jahr am Meer,… Nichts!

Sie zertört alles! Jede Kleinigkeit! Nicht nur das lustige Leben an sich, nein auch die Beziehung ist dran! Sie kämpft auch dagegen an!

Man zieht lange an einem Strang, kämpft gegen all die Scheisse, die einem das Leben in den Weg legt, umschifft alle Untiefen, lebt sein bescheidenes Leben so recht und schlecht, dann ist sie da!

Die Krebserkrankung in ihrer vollsten und blödesten Form! Ich hasse Sie abgrundtief!

Krebsarten gibts viele. Irgendeinen erwischt inzwischen ja schon jeder. Viele können damit lange ganz gut leben. Viele Jahrzente. Manche leider nicht.
Manche haben nicht nur einen saubösen Krebs erwischt, sondern auch gleich seine Metastasen, seine Diener. Diese Diener, auch Metastasen genannt, sind es, die einen Menchen verändern. Ihn lahm zu legen, ihn zu verändern, ihn zu jemandem anderen zu machen, der er eigentlich war.
Eine Behandlung ist laut Medizin und Alternativen immer möglich, meist aber nur bedingt erfolgreich. Der Mensch hängt an den Gedanken, der Behandlung und an den Auswirkungen.

Scheiße, verdammte Scheiße!

Die aktuellen Auswirkungen miterleben zu könne/müssen/dürfen, bestärkt mich zwar in der Tatsache, daß ich meine mir Anvertraute wirklich liebe. Das ist so und bleibt so.

Die, im Alltag bemerkbaren Auswirkungen sind es, die mich auch verändern.
Der Satz, den ich die letzten Wochen täglich geschrieben habe, gilt immer noch.
Auch wenns immer schwerer wird.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Warum dieser Text? Warum heute?
Ganz einfach! Ich (nein ich bin nicht egoistisch!) habe heute Geburtstag.
Wir mussten den Geburtstag meiner Frau, unseren 16ten Hochzeitstag und jetzt auch meinen Geburtstag und noch einige Dinge vom Kalender streichen! Wir haben alles aufs nächste Jahr verschoben! Ja, aufs nächte Jahr!

Tag 38 – Vieles verdreht..

Meine mir Anvertraute wurde nach der zweiten Chemo-Welle aus dem Krankenhaus entlassen. Körperlich gehts so halbwegs gut. Sie ist fit und eigentlich gut drauf.

Eigentlich stimmt mich das Alles sehr positiv. Ich freue mich wie ein Schneekönig, dass ich sie wieder zuhause habe,…

Aber:
Was mich etwas bedrückt, sind die vielen kleinen Dreher, die sie so hinlegt.
Angaben, Vorgänge, Dinge, … Vieles verdreht sie mit einer solchen Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht.
Vor 2 Tagen zweimal und auch gestern hat sie mir erzählt, es wurde ein Röntgenbild des Kopfes samt der Metastasen gemacht….. Falsch, es war ein Röntgen der Lunge!
Die Krebsgeschwüre in der Lunge wurden kleiner. Die Metastasen im Kopf wurden nicht kontrolliert!

Ich habe sie auf diesen Dreher bzw auf ihre mehrfache Falschaussage hat sie deutlich genervt mit einem “ hab ich nie gesagt“ reagiert, und abgeriegelt.

War das ein Fehler? Hab ich das mehrfach falsch verstanden? Hat sie das verdreht?

Keine Ahnung! Es sind viele kleine Dinge, viele kleine Wörter, viele kleine Ausdrücke die sie verdreht, anders nennt, anders ……

Hab Angst!

Hoffe aber immer noch! Denn

Die Hoffnung stirbt zuletzt!