Kinskis Art oder Tourette als Chance, das Leben zu ertragen?

Gelegentlich, nicht immer, aber gelegentlich, gibt es diese Momente, an denen man sich doch mal gern laut fluchend auf eine tote Materie stürzen möchte, sie zerbeulen, zerdeppern, zerschlagen oder einfach nur wutentbrannt zerstören möchte.
Einfach mal „in die Luft gehen“!

Menschen, Handlungen, Aussagen, Aktionen, Reaktionen, all dies sind doch immer mal wieder Dinge, die einen zun rumbrüllen verleiten (können).
Oder eine gewisse Form der Verzweiflung!

Darf man aber nicht! Der Anstand, die Erziehung und sonstiges verhindern dies!

Wenn man sich jetzt die schönen Seiten einer sehr schlimmen Erkrankung rauspicken könnte, welche würden Sie nehmen????

Trourette vielleicht?

Sie dürften ungestraft fluchen, jemanden eine „dumme Sau“ nennen, „fi…en“, oder „Ars…och“ brüllen, sich austoben und keiner dürfte sich beschweren.

Diverse dieser Aussagen kommen ihnen bekannt vor? Erinnert sie dies irgendwie an Klaus Kinski und seine schon berühmten, legendären Aussagen?

Tourette lag hier eher nicht vor, aber er hatte den Mut, die Unverfrorenheit, die gefallene Schamgrenze um all dies sagen zu können.

Ob es gut ist, nicht Grenzen überschreitet, beleidigend oder verstörend ist?

Natürlich! Aber gelegentlich wäre es doch schön! Oder?

 

Zusatz: Ich möchte hiermit keinem Touretteerkranktem zu nahe treten, diese Erkrankung als Witz, als harmlos oder als anderweitig lustig hinstellen.
Ich durfte nur vor einigen Wochen, eine gewisse Zeit neben einer Familie mit einem, an Tourette erkrankten, fast erwachsenen Jugendlichen verbringen.
Ohne mich auch nur ansatzweise beschwert zu haben, erhielt ich innerhalb kürzester Zeit sehr viele Entschuldigungen, die nicht notwendig waren.

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Schluss mit Urlaub: Ein Blick zurück und nach Vorne

Eine Woche Urlaub ist vorbei.

Eine Woche Ablenkung, den Heimwerker raushängen lassen, sich in die Sonne legen,
an die frische Luft begeben, irgendwo etwas herumlungern, eventuell ein Kaffeehaus überfallen, sich einen Sonnenbrand auf der Glatze holen,…..

Ach ja, so schön!!!

Soooo schön wär es gewesen!
„Wäre gewesen!“ sind die Worte, die es am besten treffen. Weiterlesen „Schluss mit Urlaub: Ein Blick zurück und nach Vorne“

Tag 272 Irgendwie machts das Alles nicht einfacher

Es machts nicht einfacher.

Die Sache mit unserer Katze, die Sache mit dem Job im Außendienst, die Sache mit dem ewigen herumgedüse in ganz Österreich, in halb Deutschland, dem „nie zuhause sein“, dem ganzen Gewirkse,…..

All das rächt sich irgendwann.

Es rächt sich insofern, als man nie mal schnell Zeit für Dieses oder Jenes hat. Es bleibt viel an meiner Frau hängen, es muss Vieles dann schnell am Wochenende erledigt werden, es muss alles auf den Freitag, der vielleicht mal halbwegs verfügbar ist, verschoben werden.

Alles muss so gelegt werden, dass ich es auch aus der Ferne greifbar habe, alles muss gemanagt werden.

Nur! Ich bin kein Manager meines eigenen Lebens! Und schon gar kein Manager, der das Leben von Anderen managen soll, muss, darf.

Ich möchte da sein! Für meine Frau da sein! Mehr da sein.

Leben ist angesagt! Sich Zeit nehmen! Zeit zum Leben, Zeit zum Reden, Zeit füreinander, Zeit miteinander.

Wo schreibe ich das? Beim Verfassen dieses Textes, sitze ich schon wieder in einem Hotel. Sitze schon wieder in der Nähe eines Kunden, der Alles geregelt haben will. Diesmal „nur“ ca 200KM von Zuhause weg. Nur! Gegen die letzten Wochen ist das sehr sehr wenig.

Wie erkennbar ist, hinterfrage ich momentan so Einiges.

Warum? Ganz einfach. Irgendwie machts das Alles nicht einfacher.

Aber! Der Kopf bleibt oben! Untergehen ist nicht! Brust raus, Kopf hoch, Krone richten! Weitergehts!

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Es ist so! Und bleibt so!

Tag 56 – Back home again

Nach der gestrigen Zwangspause (Übernachtung bei der Heimreise) gingen wir es heute sehr gemütlich an. Lange geschlafen, gefrühstückt, gemütliche Fahrt,…

back home…

Ein bisschen Haushalt, Waschtag, kochen,….

Ende, aus, Ruhe,…

Die Planung fürs nächste Jahr steht!!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 34 – Abgelenkt und Stress im Kopf

Meine Frau: kurze Ablenkung durch den Besuch ihres Bruders..

Thema: Krebs, Zukunft, Hoffnung, Angst, das Leben..

Der Kopf rebelliert! Das Denken nimmt kein Ende!

Es dreht sich Alles um das Eine! Leben!

Ich: Ablenkung durch Arbeit und den Besuch ihres Bruders

Thema: Krebs, Zukunft, Angst, Hoffnung, Angst, das Leben….. nebenbei die Arbeit, der Kunde von Morgen, EDV, ….

Anfahrt zum Kunden: Zeit zu denken, denken, denken….

Es dreht sich Alles um das Eine! Leben!

Wir beide: Hoffnung, Angst,…

Es dreht sich Alles um das Eine!

Leben!

Scheißtag…. Es fällt sogar das Schreiben schwer!

Aber:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 25 – erster Tag Pause

Samstag, Bestrahlungspause, Normalität, Ruhe, Zeit,….

Da am heutigen Samstag keine Bestrahlung angesetzt ist, startet der Tag ohne Druck unbedingt aus den Startlöchern kommen zu müssen. Ohne den Druck, die Schwindelgefühle, die Sehstörungen etc in den Griff bekommen zu müssen.

Der Tag startet mit der Einkaufplanung. Entgegen der gestrigen Aussage, dass meine Frau mich beim Einkauf begleiten will, stellen wir eine kleine Liste zusammen, die ich dann ohne sie holen soll.
Zusammengestellt wird sie gemeinsam, aufgeschrieben von mir. Schreiben klappt nicht! Man kann die Schrift nicht lesen….

Aktion „Wir kochen!“ ist das gemeinsame Projekt am späten Vormittag.
Ich koche nach ihrer Anleitung! Funktioniert super bis auf die Tatsache, dass ich dauernd nachfragen muss, da ich sie nicht verstehe. Ich steh in der Küche, meine Frau liegt im Wohnzimmer auf der Couch. Die Verständigung ist etwas schwierig. Sie wird sauer…. Es wird zu anstrenegend…. Pause, dann klappts wieder. Auch kein Thema.

Kurz nach Mittag. Besuch ist angesagt. Die Schwester meiner Frau samt Schwager kommt. Nette Gespräche, sehr entspannt, wie immer locker, easy… Bis auf die Tatsache, dass es nicht klappt, dabei sitzen zu bleiben. Das Gehirn dreht seine Kreise.. Schwindelanfälle, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen…. Pause, dann klappts wieder. Auch kein Thema.

Nach dem Besuch wird gegessen. Unkonventionelle Zeit, aber da halten wir es einfach pragmatisch. Gegessen wird, wenn Hunger da!

Pause, dann klappts wieder. Auch kein Thema.

Der Rest verläuft ruhig, entspannt, etwas nachdenklich, mit Gesprächen zwischen uns beiden. Worüber? Über das Sein, das Werden, das was kommt, das was ist, die Hoffnung…

Denn

Die Hoffnung stirbt zuletzt!