Tag 34 – Abgelenkt und Stress im Kopf

Meine Frau: kurze Ablenkung durch den Besuch ihres Bruders..

Thema: Krebs, Zukunft, Hoffnung, Angst, das Leben..

Der Kopf rebelliert! Das Denken nimmt kein Ende!

Es dreht sich Alles um das Eine! Leben!

Ich: Ablenkung durch Arbeit und den Besuch ihres Bruders

Thema: Krebs, Zukunft, Angst, Hoffnung, Angst, das Leben….. nebenbei die Arbeit, der Kunde von Morgen, EDV, ….

Anfahrt zum Kunden: Zeit zu denken, denken, denken….

Es dreht sich Alles um das Eine! Leben!

Wir beide: Hoffnung, Angst,…

Es dreht sich Alles um das Eine!

Leben!

Scheißtag…. Es fällt sogar das Schreiben schwer!

Aber:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 25 – erster Tag Pause

Samstag, Bestrahlungspause, Normalität, Ruhe, Zeit,….

Da am heutigen Samstag keine Bestrahlung angesetzt ist, startet der Tag ohne Druck unbedingt aus den Startlöchern kommen zu müssen. Ohne den Druck, die Schwindelgefühle, die Sehstörungen etc in den Griff bekommen zu müssen.

Der Tag startet mit der Einkaufplanung. Entgegen der gestrigen Aussage, dass meine Frau mich beim Einkauf begleiten will, stellen wir eine kleine Liste zusammen, die ich dann ohne sie holen soll.
Zusammengestellt wird sie gemeinsam, aufgeschrieben von mir. Schreiben klappt nicht! Man kann die Schrift nicht lesen….

Aktion „Wir kochen!“ ist das gemeinsame Projekt am späten Vormittag.
Ich koche nach ihrer Anleitung! Funktioniert super bis auf die Tatsache, dass ich dauernd nachfragen muss, da ich sie nicht verstehe. Ich steh in der Küche, meine Frau liegt im Wohnzimmer auf der Couch. Die Verständigung ist etwas schwierig. Sie wird sauer…. Es wird zu anstrenegend…. Pause, dann klappts wieder. Auch kein Thema.

Kurz nach Mittag. Besuch ist angesagt. Die Schwester meiner Frau samt Schwager kommt. Nette Gespräche, sehr entspannt, wie immer locker, easy… Bis auf die Tatsache, dass es nicht klappt, dabei sitzen zu bleiben. Das Gehirn dreht seine Kreise.. Schwindelanfälle, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen…. Pause, dann klappts wieder. Auch kein Thema.

Nach dem Besuch wird gegessen. Unkonventionelle Zeit, aber da halten wir es einfach pragmatisch. Gegessen wird, wenn Hunger da!

Pause, dann klappts wieder. Auch kein Thema.

Der Rest verläuft ruhig, entspannt, etwas nachdenklich, mit Gesprächen zwischen uns beiden. Worüber? Über das Sein, das Werden, das was kommt, das was ist, die Hoffnung…

Denn

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

 

Tag 22 – Ein ganz harter Tag

Der Kreislauf rotiert, die Hände zittern, die Beine schwach, so startet der Tag.

Ein kleines Frühstück, eine kleine Pause auf der Couch, schon geht’s besser.Duschen, anziehen, ab ins Strahlenzentrum. Das ist der Plan. Der jedoch wieder durch eine Pause unterbrochen werden muss.

Warten auf die Bestrahlung, plaudern mit anderen Patienten, warten, plaudern mit den Schwestern… Kurzbesprechung mit dem Arzt…

Warten, nachdenken über Alles und Jeden… Denken, denken, denken! Ob da etwas Vernünftiges herauskommt?

Was wird mit den „Kleinigkeiten “ die sich aktuell bemerkbar machen? Die verdrehten Worte, die vergessenen Worte, die Begriffe die ihr nicht einfallen, die Dinge, die Sie vergessen hat.

Es sind nicht die großen Dinge, die mir zu denken geben, es sind die vielen kleinen Dinge, die so im Alltag passieren. Es sind die Dinge, die man mit einem Partner erlebt, den man den ganzen Tag um sich hat.

Denken, denken, denken….

Denken über die aktuelle Situation, denken über die Zukunft, denken über das Werden, denken über ….

Nach der Bestrahlung ging heut nichts mehr! Heut hats voll zugeschlagen. Fix und fertig! Im Auto klagte sie über Schwindelgefühle, Magenprobleme, Sehstörungen und alles Mögliche… Schlaf war angesagt. Viel schlafen.

Irgendwann dann ging es wieder so halbwegs. Weils sein muss, hat sie eine Kleinigkeit gegessen… Schlafen..

Ich sitz hier und hab Zeit nachzudenken.

Denken über Angst, Liebe und Hoffnung!

Denn:

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Tag 15 – Chemo und Bestrahlung

Auch an diesem Tag muss ich mich geschlagen geben. Besuch nicht mehr möglich.

Die Chemotherapie und die Bestrahlung wurde am Nachmittag durchgeführt bzw verabreicht.

Morgen dann! Ja morgen gehts wieder ab zu meiner Frau! Es fehlt mir einfach, wenn ich sie nicht besuchen kann…. (Auch wenn ich die Familie um sie kümmert….)

Danke an alle, die die Daumen drücken, Glückwünsche schicken und und und!
Es wird jeder Daumen gebraucht!

Ach ja! Heute im Postkasten: Die erste Rechnung eines Krankenhauses! Selbstbehalt!
Die Summe ist nicht hoch. Es ist mir gelinde gesagt „scheixxegal, aber die Geschwindigkeit der Rechnungslegung finde ich grandios. Wenn da niemand nachsieht, liegt man im Krankenhaus, kämpft ums Überleben und bekommt dann eine Mahnung auch noch…. Bürokratie pur!

Angst bereitet mir der Gedanke, dass die Chemo und die Bestrahlungen nichts bringen, eventuell sogar mehr ruinieren als nützen…

aber:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 4

Die Erholungsphase geht voran. Langsam.

Der Kopf spielt momentan die größte Rolle! Einerseits soll er sich erholen, andererseits arbeitet er auf Hochtouren. Was ist, was kommt, wie wird der nächste Schritt, wie stehen die Chancen?
Die Frage: „Haben die dir Alles gesagt?“ kam bereits mehrfach.
Die Frage: „Haben sie dir etwas über die Chancen gesagt?“ auch…

Wir – eigentlich ist dieses wir ja falsch, aber ich will helfen, so gut es geht – haben noch einen langen, harten Weg vor uns.

Angst!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 3

Stillstand, Erholung, Kraft tanken,…
Die Gedanken haben dafür allerdings weniger Zeit zur Ruhe.
Was kommt, was wird werden, wie wird es werden?
Die ersten Schritte gehen in die Planungsphase.
Jetzt kommt die Zeit der Fragen und der Hoffnung.

Die Angst ist geblieben, teilt sich aber mit der Hoffnung den Platz

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Tag 2

So eine Intensivstation erinnert irgendwie an „Raumschiff Enterprise“. Das volle Programm! Monitore, blinkende Anzeigen, es piept und flötet aus allen Ecken und Enden.
Eigentlich erschreckend, auf der anderen Seite jedoch sogar beruhigend.
All diejenigen, die auf einer solchen Station liegen, haben die vermutlich beste Überwachung und das beste Team an Ärzten und Pflegern, die man haben kann.

Stabil zu sein, ist auf der Intensivstation offenbar eines der wichtigsten Ziele. Gefolgt von Verbesserung und Heilung.

Die Angst bleibt!

Die Hoffnung stirbt zuletzt!