Tag 450 Der Hals schmerzt.

Der Hals schmerzt.

Es geistert ein Gefühl durch die Luft.
Ein ganz eigenartiges Gefühl.
Ein Gefühl von “Es kommt noch mehr daher!”
Ein Gefühl von “Der Krebs gibt keine Ruhe!”
Ein Gefühl von “Ich spüre da etwas!”
Ein Gefühl von “Scheisse, da ist etwas!”

Seit dem Sturz, den meine mir Anvertraute vor ca 2 Wochen im Wohnzimmer hingelegt hatte, hat sie ständig auf einer Seite des Halses schmerzen. So als sei etwas im oder am Hals, dass da nicht hingehört. Sie war über den Hocker des Fernsehsessels gestolpert und sich ein blaues Auge, eine Schramme am Kopf und eine leichte Abschürfung am Hals geholt. Vom blauen Knie mal nicht zu sprechen.

“Irgendwie ist das was, was da nicht hingehört!”

Wächst etwas? Ist es einfach nur eine Schwellung, ein Bluterguss, der sich innen befindet? “Willst du zum Arzt? Möchtest du das im Krankenhaus abklären lassen?” ich habe mehrfach gefragt, kann aber auch das bestimmte “Nein!” verstehen.

Sollte es etwas sein, dass da wächst, kann es nur ein neues Krebsgeschwür, eine Metastase sein, von der sie nichts wissen will. Sollte es eine Schwellung oder ein Bluterguss sein, verschwindet es von selbst.

Der nächste Krankenhaustermin ist schon fix. Die Immuntherapie geht ja weiter.

“Bis dahin geh ich sicher nicht ins Krankenhaus! Bin froh, mal 3 Wochen ohne Arzt auszukommen!” Eine Reaktion, die ich bei aller Sorge auch verstehe.

Was ist wenn? Was ist dann?

Aufzugeben ist keine Lösung! Kämpfen ist die Devise!

Aber irgendwann braucht auch der Kopf seine Pausen.

Es ist unglaublich, zu sehen, was ein Gehirn in einer solchen Situation leistet. Denken! Denken an Alles, nachdenken über Alles, vorausdenken an Alles und Jeden.

Die Aussichten auf eine Heilung in der Hinsicht, dass diese Krebsdiagnose sich in Wohlgefallen auflöst, sind gleich Null. Die eine Ärztegruppe sprach bereits von “Machen Sie sich eine schöne Zeit und tun Sie Alles, was Ihnen Spaß macht!”, die andere Truppe meinte nur “Na so weit sind wir noch lange nicht! Die Zukunft bringt noch Einiges!”

Irgendwann macht das Gehirn, die Gedanken aber Eines. Es wiegt die Dinge einzeln ab, stellt sie gegeneinander, prüft die Sachlage, bringt einen der Verzweiflung nahe, treibt einen in den Wahnsinn, haut einen nieder, baut einen auf, spielt mit den Gefühlen, nur um dann zum Entschluss zu kommen, “Diese Nummer geht garantiert schief!”

Es geht auf, es geht ab. Das Gehirn dreht Pirouetten, bringt einen an den Rand der puren Verzweiflung. Die Liebe trägt dann auch noch dazu bei, fast irre zu werden.

Sorgen. Man macht sich Sorgen! Denkt an Alles, denkt an den Hals. Kann es sein? Ist es? Ist es nicht?

Es geistert ein Gefühl durch die Luft.
Ein ganz eigenartiges Gefühl.
Ein Gefühl von “Es kommt noch mehr daher!”
Ein Gefühl von “Der Krebs gibt keine Ruhe!”
Ein Gefühl von “Ich spüre da etwas!”
Ein Gefühl von “Scheisse, da ist etwas!”

Die Hoffnung stirbt zuletzt

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s